Wasserrettung NÖ rückte 2025 zu 997 Einsätzen aus

RedaktionRedaktion
Kind mit Schwimmflügeln im Wasser erhält Rettungsring von unbekannter Hand
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Wasserrettung Niederösterreich leistete im vergangenen Jahr 997 Einsätze – ein Anstieg von rund 20 Prozent. Landesrätin Eva Prischl warnt vor Gefahren beim Baden und fordert mehr Schwimmausbildung.

Die Wasserrettung Niederösterreich hat ihre Einsatzbilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Landesrätin Eva Prischl präsentierte die Zahlen am Donnerstag gemeinsam mit Markus Schimböck, dem Präsidenten des Landesverbands NÖ der Österreichischen Wasserrettung, am Seestützpunkt in St. Pölten.

Mit Beginn der Badesaison zieht es zahlreiche Menschen an Seen, Flüsse und Badegewässer. Doch die Erholung am Wasser birgt Risiken, betonte Prischl. In Niederösterreich seien im Vorjahr drei Menschen ertrunken, österreichweit liege der Durchschnitt bei 42 Todesopfern pro Jahr.

Jedes sechste Kind kann nicht schwimmen

Die Landesrätin verwies auf eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zur Schwimmkompetenz. Demnach können in Österreich 630.000 Menschen nicht schwimmen. Fast ein Viertel der Bevölkerung schätze die eigenen Schwimmkenntnisse als unsicher ein.

Besonders alarmierend sei die Lage bei jungen Menschen: 137.000 Kinder zwischen fünf und 19 Jahren können nicht schwimmen, weitere 76.000 verfügen nur über geringe Fähigkeiten. Das bedeute, dass jedes sechste Kind in Österreich entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt schwimmen könne.

50.000 ehrenamtliche Stunden geleistet

Die Wasserrettung NÖ absolvierte im Jahr 2025 insgesamt 997 Einsätze – ein Plus von nahezu 20 Prozent. Dabei leisteten die Helferinnen und Helfer rund 50.000 ehrenamtliche Stunden. Prischl bezeichnete Rettungseinsätze auf, im und am Wasser als besonders anspruchsvoll.

Schimböck erklärte, dass Niederösterreich seit Jahren zu jenen Bundesländern zähle, die österreichweit die höchste Zahl an Ertrinkungsopfern verzeichnen. Im langjährigen Schnitt kämen jährlich rund acht Personen in Niederösterreich durch Ertrinken ums Leben. Im Jahr 2025 seien in Österreich genau 39 Personen ertrunken, darunter drei Kinder unter 14 Jahren.

Freibäder erhalten, Schwimmkurse ausbauen

Der Präsident der Wasserrettung warnte, dass viele Familien nicht mehr schwimmen gehen würden, weil ihnen die Möglichkeit fehle. Für Gemeinden und Städte werde es zunehmend schwieriger, Frei- und Hallenbäder zu finanzieren. Es sei wichtig, die Freibäder zu erhalten, damit Schwimmkurse angeboten und das Erlernte gefestigt werden könne.

Im Vorjahr führten die Ehrenamtlichen der Wasserrettung in Niederösterreich 2.500 Schwimmausbildungen durch. Derzeit zählt die Organisation rund 1.600 Mitglieder im Bundesland, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit an und in den Gewässern leisten.

Appell zur Vorsicht bei Hitze

Prischl appellierte angesichts der geltenden Hitzewarnung für Niederösterreich, ausreichend zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und auf den eigenen Körper zu achten. Auch auf Nachbarn solle man achten, um Unfälle oder Hitzekollaps zu verhindern. Bei gesundheitlichen Fragen sei 1450 anzurufen, in akuten Notfällen die 144, über die auch die Wasserrettung alarmiert werde.

Schimböck erinnerte an die Aufsichtspflicht der Eltern und an Absperrmaßnahmen bei eigenen Pools und Teichen. Die Schwimmboje sei ein unverzichtbares Hilfsmittel beim Schwimmen in Seen, am Meer oder an öffentlichen Gewässern.

Quelle: OTS

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