Wasserversorgung in NÖ trotz Rekordtrockenheit stabil

Mathias FischerMathias Fischer
Wasserversorgung und Schwammstadt: Bau von Leitungen und Begrünung für 200 Projekte
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Trinkwasserversorgung hat in Niederösterreich trotz extremer Trockenheit in mehr als 90 Prozent der Gemeinden funktioniert. Lediglich in Streulagen und alpinen Regionen kam es zu punktuellen Engpässen, berichtete LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) am Mittwoch.

Niederösterreich erlebte die trockensten zwölf Monate seit Beginn der Aufzeichnungen vor 176 Jahren. Die Jahresniederschläge lagen je nach Region um 30 bis 60 Prozent unter dem Normalwert. In allen Monaten außer im Februar blieben die Regenmengen heuer deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, wie Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser des Amtes der NÖ Landesregierung, nach einer Lagebesprechung zur Wasserzukunft im Land erklärte. Er sprach von einer „außergewöhnlichen Trockenperiode“.

Die Grundwasserstände sind an 91 Prozent der Messstellen niedrig oder sehr niedrig. Bei den Oberflächengewässern liegen die Pegel zu 88 Prozent im sehr niedrigen Bereich. Die Donau-Messstelle Kienstock in der Wachau erreichte zu Wochenbeginn einen historischen Tiefstand von 91 Zentimetern. Die niedrigen Wasserstände führen seit längerem zu Einschränkungen für Güter- und Personenschifffahrt. Die Landwirtschaft verzeichne aufgrund der Dürre teilweise massive Ernteeinbußen, betonte Pernkopf.

200 Projekte derzeit im Bau

Der Ausbau der Wasserinfrastruktur durch neue Leitungen, Hochbehälter und Reservoirs sei entscheidend, sagte der LH-Stellvertreter. Aktuell befinden sich 200 Projekte im Bau, weitere 300 Projekte werden in den nächsten zwei Jahren umgesetzt. Die überregionale Vernetzung soll weiter verstärkt werden, etwa durch die Erweiterung der Waldviertel-Transportleitung oder die geplante neue Verbindung zwischen Wein- und Industrieviertel.

Dank der bereits getätigten Investitionen in den Ausbau der Wasserinfrastruktur habe die schwierige Situation im Sommer bewältigt werden können, berichtete Angelmaier. Zur Sicherung der Versorgung seien 31 Trink- und Regenwasserpläne bereits in den Gemeinden fertiggestellt und 73 in Arbeit, so der Landesvize.

Renaturierung und Schwammstadtprinzip

Derzeit befinden sich zehn Projekte zur Gewässer-Renaturierung in Arbeit. Gesetzt wird außerdem auf Entsiegelung und Umbauten nach dem Schwammstadtprinzip. Niederösterreich soll beim Thema Wasser, beim Schutz vor Naturgefahren und bei der langfristigen Sicherung von Wasserressourcen „Vorreiter in Österreich und Europa“ sein, erklärte Pernkopf.

Mehrere Gemeinden haben in den vergangenen Monaten zum Wassersparen aufgerufen. 92 Prozent der Bevölkerung in Niederösterreich werden öffentlich versorgt, der Rest durch Hausbrunnen. Landesweit gesehen werden die Reserven auch künftig ausreichen, hielt Angelmaier fest. Er appellierte an die Eigenverantwortung: Ein sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser werde in den nächsten Jahren noch zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Quelle: APA

Worüber spricht Niederösterreich morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.