Weinlese startet zwei Wochen früher wegen Trockenheit

Extreme Dürre zwingt Österreichs Winzer zu einem deutlich früheren Lesebeginn. Die Trockenheit lässt Beeren kleiner ausfallen und führt zu sinkenden Säurewerten – mit spürbaren Ertragseinbußen wird gerechnet.
Die anhaltende Trockenheit setzt den heimischen Weinbaubetrieben massiv zu. In Österreich beginnt die Weinlese heuer rund zwei Wochen früher als gewöhnlich, teilweise hat sie bereits begonnen. Josef Glatt vom Weinbauverband sprach gegenüber der APA von einer beispiellosen Situation.
„Frühe Ernten kenne man aus vergangenen Jahren, aber dieses Ausmaß an Trockenheit hat es noch nicht gegeben“, erklärte der Direktor des Branchenverbands. Er verwies auf das Jahr 2018, als die Winzer mit ähnlichen Bedingungen konfrontiert waren und die Lese ebenfalls ungewöhnlich früh startete.
Kleinere Beeren und weniger Saft
Der Wassermangel bewirkt vor allem, dass die Säurewerte sinken, die Beeren kleinwüchsiger werden und weniger Saft liefern. Mit deutlichen Ertragseinbußen sei daher zu rechnen, so Glatt. Konkrete Zahlen zu den Verlusten wollte er noch nicht nennen – diese hingen von der Witterung in den kommenden Wochen ab.
In den vergangenen Tagen gab es zumindest in einigen Regionen nach längerer Zeit wieder Niederschläge. Entscheidend für die Erntemengen bei Dürre seien auch Bewässerungsmöglichkeiten, über die längst nicht alle Betriebe verfügen.
Dramatische Lage in der Thermenregion
Heinrich Hartl, Weinhauer in der Thermenregion in Niederösterreich, berichtete von einer extremen Situation. „Wo unser Betrieb ansässig ist, im Steinfeld, sind die Böden sehr karg und mehr anfällig bei Trockenheit. Bei Kollegen, die nicht bewässern konnten, sind die Reben schon vor Wochen eingegangen“, sagte er.
Er selbst habe fünf Bewässerungsdurchgänge durchgeführt, sonst wären auch seine Pflanzen verdorrt. Die ersten Reben für Sektgrundwein habe er bereits geerntet, weitere Sorten sollen bald folgen – deutlich früher als sonst.
Weinviertel und andere Regionen betroffen
Gerhard Lobner aus dem südlichen Weinviertel in Niederösterreich schilderte eine ähnliche Lage. Die Temperaturen bereiteten ihm Sorgen, er hoffe nun auf Entspannung und mehr Regen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr erwarte er bereits jetzt einiges an Einbußen.
Die Dürre betrifft nicht nur Niederösterreich – auch in anderen wichtigen Weinbaugebieten im Burgenland und der Steiermark wird die Weinlese vorgezogen. Das Ausmaß der Schäden durch die Trockenheit dürfte im September abschätzbar sein.
Quelle: APA
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