Weinviertel kartiert Trittsteinbiotope für Artenschutz

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Weinviertler Dreiländereck werden derzeit kleine Naturflächen erfasst, die als Verbindung zwischen größeren Lebensräumen dienen. Rund 20 solcher Trittsteinbiotope hat Landschaftsplaner Manuel Denner bereits bewertet.

Schmetterlinge, Libellen und Amphibien brauchen vernetzte Lebensräume. Doch zwischen Wiesen, Teichen und Wäldern liegen oft Felder, Straßen und Siedlungen. Hier kommen Trittsteinbiotope ins Spiel: kleine, naturnahe Flächen, die größere Naturgebiete miteinander verbinden.

Die KLAR!-Region Weinviertler Dreiländereck lässt derzeit die wertvollsten dieser Flächen kartieren. Verantwortlich dafür ist Manuel Denner, Landschaftsplaner, der bereits etwa 20 besondere Biotope begangen und dokumentiert hat.

Kleine Flächen, große Wirkung

Der Begriff leitet sich vom Bild ab, einen Bach über Steine zu überqueren: Die Steine sind klein, ermöglichen aber den trockenen Weg. Zu Trittsteinbiotopen zählen Feuchtwiesen, Teiche, Gräben, Trockenrasen, Hecken und Feldgehölze. Entscheidend ist weniger die Größe als die Lage: Sie schaffen Verbindungen.

Ohne solche Korridore leben viele Arten in isolierten Teilpopulationen. Fehlt der Austausch, schrumpfen die Gruppen und werden anfälliger. Langfristig kann eine Art verschwinden, selbst wenn ihr Lebensraum noch existiert. Besonders betroffen sind Libellen, Amphibien, Schmetterlinge und Wildbienen, die nur kurze Distanzen zurücklegen können.

Die kleinen Flächen helfen Tieren zudem, auf veränderte Bedingungen zu reagieren. Wird eine Gegend zu trocken, finden Arten über eine Kette solcher Biotope eher den Weg in feuchtere oder kühlere Regionen.

Weinviertel: Kulturlandschaft mit Lücken

Das Weinviertel ist intensiv landwirtschaftlich genutzt. Viele naturschutzfachlich wertvolle Flächen liegen isoliert. Hinzu kommt die Trockenheit: Ehemals feuchte Wiesen und Gräben führen monatelang kaum Wasser. Umso wichtiger ist es, verbliebene Flächen zu kennen, zu pflegen und zu vernetzen.

Die kartierten Biotope lassen sich in drei Kategorien einteilen: Feuchtgebiete, Grabensysteme und Trockenstandorte. Jede Gruppe bringt eigene Lebensräume und Herausforderungen mit sich. Mit jeder erfassten Fläche wächst das Wissen darüber, wo die Natur Unterstützung braucht.

Fortsetzung folgt im Jänner

Im Jänner 2027 erscheint der zweite Teil der Serie. Er stellt die drei Gruppen detailliert vor und gibt einen Ausblick auf die nächste Projektphase.

Auch Privatpersonen können beitragen: Hecken, ungemähte Wiesenstreifen, Gehölzinseln oder kleine Tümpel im Garten zählen ebenfalls zu Trittsteinbiotopen. Wer in der Gemeinde eine Feuchtwiese, einen Teich oder einen alten Graben kennt, kann sich an die Gemeinde oder das KLAR!-Management wenden.

Quelle: https://www.ottenthal.gv.at/Eine_Bruecke_fuer_Biodiversitaet_-_Trittsteinbiotope

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