Weinviertel: Telemedizin für Herzschwäche-Patienten

Mathias FischerMathias Fischer
HerzMobil NÖ: Landesrat Martin Eichtinger mit Vertretern des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf
© Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf/Rathfotografie

Seit August läuft das Betreuungsprogramm HerzMobil NÖ auch im Weinviertel. Herzinsuffizienz-Patienten werden dabei nach dem Spitalsaufenthalt digital begleitet – mit täglichen Messungen und engmaschiger Kontrolle.

In Österreich sind rund 300.000 Menschen von chronischer Herzinsuffizienz betroffen. Allein in Niederösterreich führt die Erkrankung jährlich zu etwa 25.000 Klinikaufenthalten. Das Herz kann den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen – Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit und Wassereinlagerungen sind die Folge.

Vor einem Jahr startete in der Thermenregion das telemedizinische Programm HerzMobil NÖ. Seit August werden nun auch Betroffene im Weinviertel betreut. Zuständig ist das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf.

Digitale Überwachung im Alltag

Die Teilnahme dauert zunächst drei Monate und kann bei Bedarf auf ein halbes Jahr ausgedehnt werden. Ausgestattet mit Smartphone, Waage und Blutdruckmessgerät erfassen die Betroffenen täglich ihre Werte. Diese werden automatisch an das Betreuungsteam übermittelt.

„HerzMobil NÖ zeigt, wie Telemedizin die persönliche Betreuung sinnvoll ergänzen kann“, erklärte Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die digitale Begleitung setze direkt im Alltag der Patienten an und verbinde moderne Technik mit medizinischer und pflegerischer Versorgung.

Schrittweiser Ausbau geplant

In der Startphase werden heuer fünf bis zehn Patienten im Weinviertel betreut, 2027 soll die Zahl auf 20 steigen. Langfristig könnte das Programm jährlich bis zu 2.000 Patienten in ganz Niederösterreich begleiten.

Ziel ist die Stabilisierung der Erkrankung, eine bessere Therapie und die Vermeidung von Spitalswiederaufnahmen. „Für die Patientinnen und Patienten bedeutet es mehr Sicherheit und Lebensqualität“, betonte Landesrat Anton Kasser. Für das Gesundheitssystem bedeute es einen effizienteren Ressourceneinsatz.

Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis

Ein zentrales Element ist die Kooperation zwischen dem Landesklinikum und niedergelassenen Ärzten. Der Spitalsaufenthalt bildet den Startpunkt, danach wird die Betreuung telemedizinisch ergänzt und durch regelmäßige Kontrolltermine in der Praxis abgesichert. Speziell weitergebildete Pflegekräfte stellen gemeinsam mit den niedergelassenen Medizinern die Versorgungskontinuität sicher.

„Wir können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit Spitalsärztinnen und -ärzten zum Wohle der Patientinnen und Patienten verbinden“, so Harald Schlögel, Präsident der Ärztekammer für NÖ. Das schaffe ein verlässliches Behandlungsnetz.

Das Projekt wird von Land Niederösterreich, NÖ Landesgesundheitsagentur, NÖGUS, ÖGK und Ärztekammer für NÖ gemeinsam durchgeführt. Finanziert wird es durch den NÖ Gesundheits- und Sozialfonds sowie die Sozialversicherungsträger.

Am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf betreut die Abteilung für Innere Medizin I bereits die ersten sieben Patienten interprofessionell.

Quelle: https://www.landesgesundheitsagentur.at/presse/presseaussendungen/newsdetail/projekt-herzmobil-noe-auch-im-weinviertel-digitale-betreuung-und-mehr-lebensqualitaet-fuer-patientinnen-und-patienten-mit-herzschwaeche

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