Weißer Barockesel aus Schloss Hof auf neuer Briefmarke

Die Österreichische Post widmet dem stark gefährdeten Österreichisch-Ungarischen Weißen Barockesel eine neue Briefmarke. Die Rasse mit den charakteristischen blauen Augen lebt heute unter anderem auf Schloss Hof im Marchfeld.
Die Österreichische Post hat eine neue Briefmarke aus der Serie „Seltene Nutztierrassen“ vorgestellt. Sie zeigt den Österreichisch-Ungarischen Weißen Barockesel, eine stark gefährdete Rasse, die auf Schloss Hof im niederösterreichischen Marchfeld lebt.
Die Präsentation fand auf Schloss Hof statt. Anwesend waren Andreas Minnich, Abgeordneter zum Nationalrat in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group, sowie Patricia Liebermann, Leiterin Philatelie der Österreichischen Post.
Rasse galt jahrhundertelang als verschollen
Der Weiße Barockesel wurde der Überlieferung nach für die adelige Gesellschaft gezüchtet, da helle Tiere als Lichtbringer galten. Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die Rasse nahezu vollständig. Erst in den 1980er-Jahren wurden vereinzelte Zuchttiere wiederentdeckt, die den Grundstein für den heutigen Bestand bilden.
Heute umfasst die Population rund 400 Tiere, davon etwa 340 paarungsfähige Exemplare. Eine der letzten Populationen lebt auf Schloss Hof, weitere gibt es im Nationalpark Neusiedler See. Seit 2016 ist der Weiße Barockesel als eigene Rasse anerkannt.
Briefmarke zeigt Stute mit Fohlen
Die von Kirsten Lubach entworfene Briefmarke zeigt eine Stute mit den für die Rasse typischen blauen Augen und ihr Fohlen. Die Marke hat einen Nennwert von 1 Euro und erscheint in einer Auflage von 250.000 Stück.
Erhältlich ist sie in allen Postfilialen, auf onlineshop.post.at sowie beim Sammler-Service der Österreichischen Post (Telefon: +43 577 67 – 95095; E-Mail: sammler-service@post.at).
Neue Produkte und Sonderpostamt
Erstmals bietet die Post ein Set aus drei Briefmarken, drei Karten und drei Kuverts mit Motiven des Weißen Barockesels an. Das Set kostet 9,80 Euro.
Die Marken-Edition „Schloss Hof“ enthält 20 Briefmarken mit Aufnahmen des Marchfeldschlosses und ist um 26,20 Euro erhältlich.
Am 31. Juli findet auf Schloss Hof von 10 bis 16 Uhr ein Sonderpostamt statt. Besucher können dort die neue Briefmarke, das Set und die Marken-Edition erwerben und ihre Sendungen mit einem Sonderstempel des Weißen Barockesels abstempeln lassen.
Merkmale der Rasse
Die weiße Farbe des Fells, als „cremello“ bezeichnet, sowie die blauen Augen machen den Weißen Barockesel unverwechselbar. Die helle Färbung wird Flavismus genannt, auch Haut und Hufe sind nur schwach pigmentiert.
Die Tiere sind mittelgroß mit normal langem Fell und der typischen Stehmähne der Esel. Sie können 30 bis 40 Jahre alt werden und sind wie alle Esel robust, genügsam und unerschrocken.
Eingesetzt werden die Weißen Barockesel als Reittier für Kinder, als Zugtier für leichte Kutschen und in der Tiertherapie. Im Seewinkel kommen sie auch in der Landschaftspflege zum Einsatz.
Zuständig für die Zucht ist der Zuchtverband Stadl Paura. Der Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel in Niederösterreich mit Sitz in Schloss Hof bemüht sich um den Fortbestand der stark gefährdeten Rasse.
Quelle: OTS
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