Wels erlebt Rekordhitze: 34 Hitzetage statt 12 im Schnitt

Mona HopfingerMona Hopfinger
Dürre in Wels: 34 Hitzetage, Traun 122 cm, Grundwasser -60 cm
© Mit KI (Gemini) generiert

Die oberösterreichische Stadt Wels verzeichnet heuer eine beispiellose Hitzewelle. Bis Anfang August wurden bereits 34 Tage mit mindestens 30 Grad gemessen – im langjährigen Durchschnitt waren es nur zwölf. Auch Traun und Grundwasser leiden unter der Extremsituation.

Die Messstation Wels-Schleißheim dokumentiert einen dramatischen Temperaturanstieg. Während im Zeitraum von 1991 bis 2020 bis zum 8. August durchschnittlich 12 Hitzetage mit mindestens 30 Grad Celsius registriert wurden, sind es heuer im selben Zeitraum bereits 34 Tage. Die Zahl der Wüstentage mit mindestens 35 Grad kletterte von einem auf acht. Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel, stiegen von null auf fünf an.

Besonders bemerkenswert: Von den sechs heißesten Tagen, die jemals in Wels gemessen wurden, fallen fünf in den heurigen Sommer. In den vergangenen 15 Jahren war es in 13 Jahren heißer als im historischen Durchschnitt. Die Daten stammen von klimadashboard.at.

Traun und Grundwasser unter Druck

Der Hydrographische Dienst liefert weitere alarmierende Zahlen. Der Pegelstand der Traun liegt seit Mitte Juni unter zwei Metern, Anfang August sank er zeitweise sogar unter einen Meter. Am 9. August betrug der Tagesmittelwert 122 Zentimeter – im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt noch 149 Zentimeter. Die niedrigen Pegelstände belasten nicht nur die Natur, sondern auch die Stromproduktion erheblich.

Die Wassertemperatur der Traun erreicht nachmittags über 22 Grad Celsius, im Tagesmittel etwa 20 Grad. Damit ist der Fluss um zwei Grad wärmer als im Vorjahr. Der Grundwasserpegel ist von 316 Metern über der Adria im August 2025 auf 315,40 Meter gesunken – ein Rückgang um 60 Zentimeter.

Forderung nach gemeinsamer Klimastrategie

Thomas Rammerstorfer, Umwelt- und Klimastadtrat, bezeichnet die aktuelle Hitze- und Dürrewelle als „enorme Belastung für Mensch und Umwelt“. Die Situation sei „kein Ausreißer, sondern ein Vorbote der neuen Normalität“, so Rammerstorfer.

Er fordert ein entschiedeneres Vorgehen in Sachen Klimawandelanpassung. „Wir haben letztes Jahr eine Strategie mit Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Referate beschlossen. Die Situation ist für alle Referent:innen eine Herausforderung, wir müssen den Kampf gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen als gemeinsame Aufgabe begreifen“, erklärt der Stadtrat.

Konkret müsse der Schutz vor Hitze und ihren gesundheitlichen Folgen – von Kreislaufproblemen bis zu stark steigenden Hautkrebsarten – ins Zentrum rücken. Beschattung und Kühlung öffentlicher Plätze sowie insbesondere der Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen seien das Gebot der Stunde.

Quelle: https://ooe.gruene.at/news/heis-wie-noch-nie-die-situation-in-wels-in-zahlen

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