Wels: Fahrradverleih beschlossen – Kritik an Videoüberwachung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gemeinderat Wels: Stadtentwicklung, Mobilität, Grünflächen, Hitzplan und Umwidmung im Fokus
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei der Gemeinderatssitzung in Wels am 21. September 2026 wurden mehrere umstrittene Beschlüsse gefasst. Neben einem Fahrradverleih-Antrag stimmte der Gemeinderat auch für Videoüberwachung am Bahnhofsvorplatz und Umwidmungen von Grün- in Bauland.

Die Gemeinderatssitzung in Wels am 21. September 2026 verlief nach Angaben der Grünen „durchwachsen“. Mehrere Anträge wurden beschlossen, darunter auch solche, die für Kontroversen sorgten.

Die Videoüberwachung am Bahnhofsvorplatz wurde mit den Stimmen aller Fraktionen außer den Grünen beschlossen. Diese stimmten als einzige Fraktion dagegen.

Umwidmungen trotz Infrastruktur-Bedenken

Auch bei den Umwidmungsplänen im Bereich der Friedhofsstraße positionierten sich die Grünen als einzige Fraktion dagegen. Sie kritisierten das rasche und planlose Wachstum der Stadt. Viele Bereiche der Infrastruktur wie Verkehr, Kinderbetreuung und Bildung könnten mit dieser Entwicklung nicht mithalten, so die Kritik.

Hitzeschutzplan nach skurriler Debatte angenommen

Einen ungewöhnlichen Verlauf nahm die Diskussion über den Hitzeschutzaktionsplan, der sich mit den gesundheitlichen Folgen starker Hitze befasst. Der von der SPÖ eingebrachte Antrag fiel in den Zuständigkeitsbereich ihres eigenen Gesundheitsreferenten Klaus Schinninger, was offenbar bei der Antragstellung nicht bedacht worden war. Trotzdem wurde der Plan beschlossen, alle Referentinnen und Referenten sagten ihre Mitarbeit zu.

Fahrradverleih wird geprüft

Positiv aus Sicht der Grünen: Ihr Antrag zum Thema Fahrradverleih wurde angenommen. Der Mobilitätsstadtrat prüft nun die möglichen Umsetzungsoptionen.

Kritik an Wahlkampfrhetorik

Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer zeigte sich mit dem Ergebnis der Sitzung unzufrieden. „Es ist schon sehr verwunderlich, wie manche Parteien einerseits rührselig mehr Klimaschutz einmahnen, aber quasi immer wenn es ernst wird einen Rückzieher machen“, kommentierte er mit Blick auf die Umwidmungen von Grün- in Bauland.

Bei manchen Themen sei keine konstruktive Debatte zustande gekommen. „Vielmehr war das eine Aneinanderreihung von Wahlkampfreden und polemischen Attacken auf die politischen Mitbewerber“, so Rammerstorfer. Er hoffe auf eine Rückkehr zur Sachlichkeit: „Niemand will jetzt ein Jahr Wahlkampfrhetorik hören. Ich denke auch nicht, dass die Wähler:innen das honorieren werden.“

Quelle: https://ooe.gruene.at/news/fahrradverleih-kommt-leider-auch-videouberwachung-und-bodenversiegelung

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