Welser-Möst verabschiedet sich 2027 von Cleveland

Mona HopfingerMona Hopfinger
Orchester spielt im Konzertsaal mit Klavier, Harfe und Dirigent vor Medaille und Noten.
© Mit KI (Gemini) generiert

Franz Welser-Möst und The Cleveland Orchestra gastierten am Sonntag im Linzer Brucknerhaus.

Das Konzert im Linzer Brucknerhaus am Sonntag stand nicht nur im Zeichen von Anton Bruckners 130. Todestag. Franz Welser-Möst feiert seinen Abschied von The Cleveland Orchestra nach einem Vierteljahrhundert. Auf dem Programm stand ein umfangreiches Konzert mit zeitgenössischer Musik.

Zwischen Werken von Mozart und Richard Strauss stand eine Komposition des niederösterreichischen Komponisten Bernd Richard Deutsch (Jahrgang 1977) auf dem Programm. Das Stück ist dem Dirigenten und seinem Orchester gewidmet und wurde von ihnen vor vier Jahren erstmals aufgeführt. Das groß besetzte Werk umfasst neben dem Orchesterapparat auch eine umfangreiche Schlagzeuggruppe sowie Klavier und Celesta.

„Intensity“ dauert 18 Minuten und beeindruckte mit vielfältigen Klangfarben und zahlreichen rhythmischen Effekten. Das Werk basiert auf einem zentralen Hauptmotiv aus fünf Tönen, das mehrmals erklingt und teilweise leicht variiert wird. Die virtuose Vielfalt wurde von Welser-Möst und dem Orchester bravourös dargeboten. Der anwesende Komponist konnte den Applaus persönlich entgegennehmen.

Mozart und Strauss rahmten das Programm

Eröffnet wurde der Abend mit Mozarts Symphonie Nr. 34 C-Dur, einem kurzen Werk. Den Abschluss bildete die Symphonia domestica op. 53 von Richard Strauss. Die „tönende Homestory“ beschreibt einen Tag im Familienleben des Komponisten mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn Franz, inklusive Ehestreit, intimen Momenten und Kindergeschrei.

Der ausverkaufte Große Saal des Brucknerhauses reagierte mit reichlich Beifall. Der Applaus steigerte sich noch, als am Ende Landeshauptmann Thomas Stelzer den Dirigenten würdigte und ihm das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreichte, das vom Bundespräsidenten verliehen wurde.

Langjährige Verbindung zu Österreich

Seit seinem Amtsantritt als Musikdirektor des Cleveland Orchestra im Jahr 2002 hat Franz Welser-Möst die Verbindung mit Österreich gepflegt und ausgebaut. Bereits 2003 reiste er mit Brittens „War Requiem“ nach Europa und ins Brucknerhaus. Drei Jahre später gastierte das Orchester mit drei Konzerten und Bruckners 5. Sinfonie. Seine aktuelle, letzte große Europatournee führt ihn durch neun Länder und 13 Städte.

Quelle: APA

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