Weltkärntner sollen Fachkräfte nach Kärnten bringen

Mona HopfingerMona Hopfinger
WKO Kärnten: Vier Personen in Tracht halten ein Schild mit "Weltpartner"
© WKK | Thomas Hude

Wirtschaftskammer und Verein Weltkärntner kooperieren künftig, um das internationale Netzwerk von rund 940 Auslandskärntnern für den Wirtschaftsstandort zu nutzen. Im Fokus stehen Fachkräftegewinnung, Betriebsnachfolge und Rückkehrförderung.

Der Verein Weltkärntner vernetzt derzeit mehr als 900 Kärntnerinnen und Kärntner in 72 Ländern. Bis Jahresende soll die Zahl auf 1000 Mitglieder steigen. Eine neue Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verein und der Wirtschaftskammer Kärnten soll dieses internationale Potenzial künftig stärker für den Wirtschaftsstandort nutzbar machen. Als weiterer Partner ist die Industriellenvereinigung Kärnten eingebunden.

Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl (ÖVP) bezeichnete die Auslandskärntner bei einem Vernetzungstreffen im Rahmen des Villacher Kirchtags am Freitagabend als „Botschafter unseres Landes und eine wertvolle Brücke zwischen Kärnten und den internationalen Märkten“. Die Kooperation führe Menschen, Unternehmen und Chancen zusammen und stärke Kärnten als Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensraum.

Jobbörse für Rückkehrwillige

Ein zentraler Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Kärntner Unternehmen sollen über die Plattform und Jobbörse des Vereins direkten Zugang zu Auslandskärntnern erhalten, die eine Rückkehr in ihre Heimat planen. Gleichzeitig können Interessierte gezielt auf Beschäftigungsmöglichkeiten in Kärnten aufmerksam gemacht werden.

Katrin Thum, Geschäftsführerin des Vereins Weltkärntner, betont, dass viele Kärntnerinnen und Kärntner im Ausland wertvolle Qualifikationen erworben und internationale Karrieren aufgebaut hätten. Wenn es gelinge, einen Teil dieses Wissens wieder stärker mit der heimischen Wirtschaft zu verbinden, sei das ein konkreter Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Kärnten müsse Menschen, die zurückkehren möchten, klar aufzeigen, welche Jobmöglichkeiten und unternehmerischen Chancen das Land zu bieten hat.

Betriebsübergaben im Fokus

Auch bei der Betriebsnachfolge soll das internationale Netzwerk zum Einsatz kommen. Der Verein Weltkärntner macht die Betriebsnachfolgebörse der Wirtschaftskammer und zugehörige Informationsveranstaltungen in seinem Netzwerk bekannt – um Auslandskärntner mit unternehmerischer Erfahrung gezielt als potenzielle Betriebsübernehmer zu gewinnen.

Brigitte Truppe-Bürger, Vorstandsmitglied der Weltkärntner, erklärte, eine gelungene Betriebsübergabe sichere Arbeitsplätze, Wertschöpfung und gewachsene Strukturen in den Regionen. Das Weltkärntner-Netzwerk erweitere den Kreis möglicher Nachfolger und eröffne damit zusätzliche Chancen für übergabebereite Betriebe.

Mentoring und Wissenstransfer geplant

Weitere Bestandteile der Kooperation sind Maßnahmen zur Rückkehrförderung, Mentoring-Angebote für junge Kärntner im In- und Ausland sowie der Aufbau von Kontakten zwischen heimischen Unternehmen und der internationalen Weltkärntner-Community. Vom Stammtisch bis zum Webinar: Verschiedene Formate sollen den persönlichen und fachlichen Austausch fördern.

Wirtschaftskammer-Direktor Meinrad Höfferer unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: Kärnten könne es sich nicht leisten, auf internationale Erfahrung, gute Ideen und starke persönliche Verbindungen zu verzichten. Entscheidend sei, aus einem weltweiten Netzwerk konkrete Kontakte, Projekte und wirtschaftliche Perspektiven entstehen zu lassen.

Die Kooperationsvereinbarung läuft vorerst bis zum 1. August 2027 und kann danach jährlich verlängert werden.

Quelle: https://www.wko.at/ktn/news/wirtschaftskammer-und-weltkaerntner-buendeln-kraefte

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