Weniger Sozialunterstützung trotz mehr Armut in Salzburg

Die Zahl der Haushalte mit Sozialunterstützung sinkt in Salzburg, obwohl die Armutsgefährdung um 16 Prozent gestiegen ist. Die KPÖ kritisiert bürokratische Hürden beim Sozialamt und fordert Reformen.
Der Sozialbericht des Landes Salzburg für 2025 wurde am Dienstag von FPÖ-Landesrat Fürweger vorgestellt. Aus dem Bericht wird ersichtlich, dass immer weniger Haushalte Sozialunterstützung erhalten – gleichzeitig ist die Zahl der Armutsgefährdeten in Salzburg um 16 Prozent angestiegen.
Markus Walter, Landtagsabgeordneter und Sozialsprecher der KPÖ, sieht darin einen Widerspruch. „Trotz steigender Arbeitslosigkeit und schlechter Wirtschaftslage sinkt die Zahl der Sozialunterstützungs-Bezieher. Da stimmt etwas nicht“, erklärte Walter. Die Ursachen lägen vor allem in Hürden beim Sozialamt, wie aus Sprechstunden bekannt sei. Dies werde auch durch den Schatten- und Wahrnehmungsbericht der Armutskonferenz bestätigt.
Walter forderte weniger Bürokratie im Sozialbereich im Sinne der Bürgerfreundlichkeit. Edtstadler und Svazek würden gerne über Entbürokratisierung reden – der Sozialbereich könne diese gut gebrauchen.
Heizkostenzuschuss: Einbruch um 32 Prozent
Besonders dramatisch ist der Rückgang bei den ausbezahlten Heizkostenzuschüssen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl um 32 Prozent – von 10.844 auf nur mehr 7.379. In Salzburg gelten 74.000 Menschen als armutsgefährdet.
Als Hauptgrund nennt die KPÖ die niedrige Einkommensgrenze, die mehr als 400 Euro unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1.827 Euro netto monatlich liegt. „Wenn nur ein Zehntel der Armutsgefährdeten in Salzburg den Heizkostenzuschuss bekommt, dann läuft etwas falsch“, kritisierte Walter.
Die schwarz-blaue Landesregierung weigere sich seit Jahren, die Einkommensgrenze anzupassen und ordentlich über den Zuschuss zu informieren. Das sei zutiefst unsozial, so der KPÖ-Sozialsprecher. Die KPÖ will im Herbst einen Antrag zur Anpassung der Einkommensgrenze einbringen.
Quelle: https://salzburg.kpoe.at/aktuelles/sozialuntersttzung-rckgang-trotz-steigender-armut
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