Wertpapiere überholen Bausparen in Kärnten

Mona HopfingerMona Hopfinger
Finanzplanung: Waage mit Sparbuch, Haus und Wertpapieren, Kärnten
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Kärntnerinnen und Kärntner verändern ihr Sparverhalten: mehr Menschen nutzen Wertpapiere als einen Bausparer. Das Sparbuch bleibt zwar die beliebteste Sparform, doch der monatliche Sparbetrag sinkt auf 284 Euro.

Die aktuelle Sparstudie von Erste Bank und Sparkassen zeigt einen Wandel im Sparverhalten der Kärntnerinnen und Kärntner. Während das Sparbuch weiterhin dominiert, gewinnen Wertpapiere deutlich an Bedeutung und haben das traditionelle Bausparen überholt.

Sparen bleibt zentral, Spielraum wird enger

Für 80 Prozent der Befragten ist es sehr oder ziemlich wichtig, Geld zur Seite zu legen. 39 Prozent bezeichnen Sparen sogar als sehr wichtig. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei der jungen Generation: Die Hälfte der Generation Z hält Sparen für sehr wichtig, bei den Baby Boomern sind es 33 Prozent.

Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse AG, betont: „Die Menschen in Kärnten wollen sparen, und zwar mehr als in den vergangenen Jahren. Das zeigt, wie groß das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit ist. Ein eigenes Polster gibt Halt und die Freiheit, selbst zu entscheiden“. 90 Prozent der Befragten verbinden Sparen mit Sicherheit, 86 Prozent mit persönlicher Unabhängigkeit.

Allerdings sinkt der durchschnittliche monatliche Sparbetrag auf 284 Euro, um 28 Euro weniger als im Vorjahr. Nur noch 31 Prozent sind mit diesem Betrag zufrieden, nach 36 Prozent im Vorjahr. Die Sparquote der privaten Haushalte sank laut vorläufigen Daten von Statistik Austria im Jahr 2025 von 11,7 auf 10,0 Prozent. Für 2026 erwartet das WIFO einen weiteren Rückgang auf 8,7 Prozent.

Wertpapiere gewinnen, Girokonto bleibt problematisch

Das Sparbuch oder Sparkonto bleibt mit 79 Prozent die meistgenutzte Sparform. Doch 38 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner nutzen mittlerweile Wertpapiere, während nur noch 33 Prozent einen Bausparer nutzen. Damit haben Wertpapiere das Bausparen überholt.

Problematisch bleibt, dass 53 Prozent ihr Geld auch am Girokonto sparen, wo es keinen Ertrag bringt.

Michael Koren, Vorstand der Sparkasse, erklärt: „Das Girokonto ist ein Konto für den Alltag, kein Sparkonto. Als Reserve für unerwartete Ausgaben sollten dort höchstens drei Monatsgehälter liegen. Was darüber hinausgeht, gehört kurzfristig auf ein Sparkonto und langfristig etwa in Wertpapiere“. Er empfiehlt ETFs als Einstieg in den Kapitalmarkt, da sie breit gestreut sind und bereits mit kleinen monatlichen Beträgen möglich sind.

In Kärnten sind Aktien (25 Prozent), ETFs (19 Prozent) und Investmentfonds (17 Prozent) die beliebtesten Wertpapierformen.

Sparziele und Weltspartag

Gespart wird vor allem für Sicherheit: 94 Prozent legen Geld als Notgroschen für Notfälle zur Seite, 71 Prozent zur finanziellen Absicherung und Vorsorge und 68 Prozent für ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Für 27 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner ist der Weltspartag nach wie vor ein Grund, in die Bank oder Sparkasse zu gehen. Bei der letzten vergleichbaren Erhebung 2019 lag der Wert noch bei 20 Prozent. Als Tag für Alt und Jung sehen ihn 60 Prozent, 63 Prozent erinnert er an die Bedeutung des Sparens.

Ulrike Resei, Vorstandsdirektorin der Sparkasse, betont: „Am Weltspartag nehmen sich unsere Beraterinnen und Berater Zeit für das persönliche Gespräch über Sparziele, Reserven und den Vermögensaufbau. Dass jede und jeder Vierte darin einen Grund sieht, zu uns zu kommen, freut uns. Persönliche Beratung bleibt auch in einer digitalen Welt gefragt“.

Vermögensaufbau für die nächste Generation

Statistik Austria sagt: In Österreich leben 62,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen noch bei den Eltern. Bei den 25- bis 29-Jährigen sind es 23,7 Prozent. Die Sparstudie zeigt: Die Generation Z spart besonders oft für eine Immobilie, die sie später finanzieren will.

Dafür gibt es bei der Erste Bank und den Sparkassen das Generationendepot. Das ist ein Wertpapierdepot, mit dem man lange Zeit Vermögen für eine andere Person aufbaut. Schon bei der Eröffnung legt man fest, wer das Vermögen bekommt und an welchem Tag es übergeben wird. Beides kann man später ändern. Bis zur Übergabe entscheidet weiter die Person, der das Depot gehört. Die Übergabe ist frühestens am 18. Geburtstag der begünstigten Person möglich.

Jede volljährige Person kann ein Generationendepot eröffnen. Man muss mit der begünstigten Person nicht verwandt sein. Das Geld kann in Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate oder Krypto-ETPs fließen. Man kann einmal einzahlen, einen Wertpapier-Sparplan nutzen oder beides tun. Eröffnen kann man das Depot derzeit nur in einem persönlichen Beratungsgespräch in der Filiale.

Vorstandssprecher Siegfried Huber sagt: „Wer für Kinder, Enkel oder Patenkinder anspart, schenkt ihnen Zeit, und Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Faktor. Mit dem Generationendepot legt man schon bei der Eröffnung fest, wer das Vermögen erhält und wann. So entsteht eine Starthilfe für die Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder den Berufseinstieg.”

Quelle: https://www.sparkasse.at/kaernten/wir-ueber-uns/presse/2026/10/13/das-sparbuch-bleibt--die-wertpapiere-kommen

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