Wien baut neue Frauen-Werk-Stadt in Aspern

Die Stadt Wien setzt ihr Wohnbauprogramm fort: In der Seestadt Aspern sollen rund 80 frauengerechte Wohnungen entstehen. Zudem bietet die Baupolizei ab November Beratung direkt in den Stadtteilen an.
Die SPÖ Wien hat zwei neue Projekte im Rahmen des Wiener Wohnmodells vorgestellt. In der Seestadt Aspern soll die „Frauen-Werk-Stadt – Neu gedacht“ entstehen, außerdem kommt die Baupolizei künftig für Beratungen direkt in die Grätzl.
80 Wohnungen nach frauengerechten Kriterien
Auf einer Fläche von mehr als 2.500 Quadratmetern in Aspern sind etwa 80 Wohnungen geplant, die nach frauengerechten Kriterien konzipiert werden. Frauen sollen ihre Erfahrungen von Beginn an aktiv in die Planung einbringen können. Der Bauträgerwettbewerb startet 2027.
Das Konzept orientiert sich an der ersten Frauen-Werk-Stadt in Floridsdorf aus dem Jahr 1997, dem bis heute größten von Frauen geplanten Wohnprojekt Europas. Damals wurden kurze Wege, einsehbare Stiegenhäuser sowie Kindergarten, Geschäfte und Arztpraxis direkt in der Anlage realisiert. Die neuen Wohnungen sollen sicher, leistbar und alltagsnah sein.
Baupolizei berät ohne Termin in Stadtteilbüros
Ab 12. November bietet die Wiener Baupolizei unter dem Titel „Frag die Baupolizei“ Beratungen direkt in den Stadtteilen an. In den Stadtteilbüros der Gebietsbetreuung können sich Bürgerinnen und Bürger kostenlos und ohne vorherige Terminvereinbarung über Bauverfahren informieren.
Expertinnen und Experten beantworten Fragen zu Themen wie Klimaanlagen an Fassaden, Photovoltaikanlagen am Dach oder Umbauten im Einfamilienhaus. Die ersten Termine finden am 12. November in der Sechshauser Straße 23, am 26. November in der Hartlgasse und am 10. Dezember in der Quellenstraße statt.
Wiener Wohnmodell als Antwort auf steigende Mieten
Die Stadt Wien verweist auf die Entwicklung in anderen europäischen Metropolen: In Berlin seien die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um 59 Prozent gestiegen, in Madrid um 75 Prozent, in Lissabon hätten sie sich verdoppelt.
Wien besitzt derzeit 220.000 Gemeindewohnungen, dazu kommen rund 200.000 geförderte Wohnungen. 60 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben in diesen Wohnungen. Seit 2019 gibt es die Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“. Bei großen Wohnprojekten muss zwei Drittel der Wohnfläche für geförderte Wohnungen vorgesehen werden.
Bis 2030 sollen im Rahmen des Gemeindebaus NEU rund 1.500 Gemeindewohnungen dazukommen. 20 Gemeindebauten NEU sind bereits fertiggestellt. Derzeit werden 100 Gemeindebauten mit 16.000 Wohnungen um 1,37 Milliarden Euro saniert.
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