Wien definiert verbindliche Grundwerte für Integration

Die Stadt Wien arbeitet an einem Integrationsmaßstab, der gemeinsame Werte festschreibt und konkrete Ziele für die Integrationspolitik vorgibt. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling stellte das Konzept kürzlich vor.
Menschen aus aller Welt leben und arbeiten in Wien – eine Stadt, die seit Jahrzehnten von Zuwanderung geprägt ist. Damit das Miteinander gelingt, setzt die Stadt nun auf gemeinsame Regeln, gleiche Rechte und eindeutige Erwartungen. Als Basis dienen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde, Freiheit und Gleichberechtigung.
Der Wiener Integrationsmaßstab, den Vizebürgermeisterin und Integrationsstadträtin Bettina Emmerling kürzlich präsentierte, soll einen verbindlichen Rahmen schaffen. Die festgeschriebenen Grundwerte gelten für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt. Besonders richtet sich der Maßstab aber an zugewanderte Menschen. Nicht verhandelbar sind dabei die Achtung der Gesetze, das Erlernen der deutschen Sprache sowie eine klare Haltung gegen Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Extremismus.
„Wer hier lebt, hat Rechte und auch Pflichten. Als Stadt schaffen wir Chancen, und wir erwarten uns dafür einen Beitrag.“
Das Zitat stammt von Bettina Emmerling.
Spracherwerb: Angebote vorhanden, Mitwirkung gefordert
Beim Spracherwerb ist die aktive Beteiligung entscheidend. Kostenlose Angebote stehen bereit, Eltern tragen besondere Verantwortung für die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder. Bleibt die notwendige Mitwirkung aus, soll im Entwicklungsprozess geklärt werden, wie mehr Verbindlichkeit hergestellt und welche Konsequenzen vorgesehen werden können.
Drei Elemente bilden den Maßstab
Der Wiener Integrationsmaßstab setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:
Integrationskodex: Er schreibt die gemeinsamen Grundwerte und Prinzipien für das Zusammenleben fest. Vorliegen soll er bis Anfang 2027.
Integrationsleitbild: Darin werden langfristige Ziele und zentrale Handlungsfelder der Integrationspolitik formuliert. Eine Fertigstellung ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Integrationsbericht: Er überprüft regelmäßig, welche Ziele erreicht wurden und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Ein erster Bericht soll Ende 2028 erscheinen.
Wissenschaftliche Begleitung und breiter Prozess
Der Soziologe Kenan Güngör begleitet die Entwicklung. In den Prozess fließen auch die Erfahrungen der Wiener Integrationsarbeit ein. Dazu kommen Wissen aus Wissenschaft und Praxis sowie der Wiener Integrationsrat. Man will eine klare Strategie erarbeiten. Sie soll bestehende Maßnahmen zusammenführen und Probleme offen benennen. Außerdem soll sie zeigen, was die Integrationspolitik bewirkt. Für die NEOS braucht gute Integrationspolitik klare Grundwerte, faire Chancen und Eigenverantwortung. Der Maßstab soll Orientierung bieten und festhalten, was alle voneinander erwarten. Er soll auch offenlegen, wo Wien bei der Integration Fortschritte macht und wo noch weitere Schritte nötig sind.
Quelle: https://wien.neos.eu/aktuelles/news/2026/10/wien-entwickelt-einen-klaren-massstab-fuer-integration
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