Wiener in Hochkönig-Felswand gerettet

Ein 38-Jähriger aus Wien hat sich bei einer Tour am Hochkönig in steilem Felsgelände verstiegen. Die Bergrettung Werfen holte ihn in einer nächtlichen Hubschrauberaktion kurz vor einem Gewitter aus der Wand.
Der 38-jährige Wiener war am Mittwochmorgen mit dem Zug angereist und von Bischofshofen aus zum Hochkönig (2.941 Meter) aufgestiegen. Um 16.30 Uhr erreichte er das Matrashaus, wie Sepp Oppeneiger, Einsatzleiter der Bergrettung Werfen, berichtet. Nach einer kurzen Pause begann der Mann den Abstieg Richtung Werfen.
Im Bereich des Floßkogels (2.437 Meter) verlor er in der Dunkelheit die Orientierung. Er kletterte über Felsabbrüche und geriet in steiles, felsiges Absturzgelände. Beim sogenannten Schoberschartl konnte er weder vor noch zurück und setzte einen Notruf ab.
Rettung kurz vor Gewittersturm
Um 21.45 Uhr übernahm Oppeneiger den Einsatz. Das Team der Libelle Flir lieferte die genauen Koordinaten des Verstiegenen. Acht Bergretter begannen den Aufstieg, doch eine heftige Gewitterfront zog heran. Die Einsatzleitung entschied daher, den Rettungshubschrauber C 14 anzufordern, der für nächtliche Windenbergungen ausgerüstet ist.
Das Hubschrauberteam konnte den Wanderer kurz vor Eintreffen der Front aus dem Felsgelände bergen und brachte ihn unverletzt nach Werfen. Der Einsatz endete nach 1 Uhr in der Nacht.
Mangelnde Planung und fehlender Versicherungsschutz
Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau, kritisiert sowohl die Tourenplanung als auch die Ausrüstung des Mannes. Die Hochkönigrunde erfordere viel Zeit und Ausdauer und sei an einem Tag sehr schwer zu bewältigen. Zudem seien heftige Gewitter angekündigt gewesen.
Kremser weist darauf hin, dass viele Menschen ohne entsprechenden Versicherungsschutz für Bergungen im alpinen Gelände unterwegs seien – nicht nur Urlaubsgäste, sondern auch Einheimische. Vielen Wanderern sei nicht bewusst, welche Kosten bei einem solchen Rettungseinsatz entstehen können.
„Alleine eine nächtliche Windenbergung mit einem Notarzthubschrauberteam kostet nicht selten rund 15.000 Euro“, erklärt Kremser. Diese Kosten müssten grundsätzlich von den Betroffenen getragen werden. Mit einer Fördermitgliedschaft bei der Bergrettung, die 38 Euro für die ganze Familie im Jahr koste, könne man einfach vorsorgen. Gleichzeitig würden Förderer damit einen wesentlichen Teil der Ausbildungs- und Ausrüstungskosten mittragen.
Quelle: https://www.bergrettung-salzburg.at/news/werfen-naechtlicher-einsatz-fuer-verstiegenen-bergsteiger
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