Wiener Modeschüler zu Besuch bei Brautmoden-Designerin

Mona HopfingerMona Hopfinger
Kleid mit Sonnensymbolen und Aufwärtspfeil, Stoffproben, Schere und Maßband
© Mit KI (Gemini) generiert

Schülerinnen und Schüler der KMD Herbststrasse erhielten Einblick in die Arbeit einer selbstständigen Schneiderin. Julia Lara König berichtete über Positionierung, Preisgestaltung und den Umgang mit Klimawandel in der Haute Couture.

Die Modedesignerin Julia Lara König empfing Schülerinnen und Schüler der Vertiefung Modemarketing & Visual Merchandising in ihrem Wiener Atelier. Die Einzelunternehmerin ist auf Brautkleider und Haute Couture spezialisiert und gewährte den Jugendlichen detaillierte Einblicke in ihre unternehmerische Tätigkeit.

Wettbewerbsanalyse als Grundlage

König startete mit einer Betrachtung der Konkurrenzsituation im Jahr 2014. Damals habe sie Lücken bei Mitbewerbern identifiziert und diese gezielt geschlossen. Ein Beispiel: ein professioneller Internetauftritt inklusive Suchmaschinenoptimierung, damit Interessentinnen das Angebot auch tatsächlich online finden.

Ihre Zielgruppe definierte die Designerin präzise – auch demografisch. Sie richte sich an Frauen, die eine ähnliche Einstellung zu Braut- und Anlassmode haben wie sie selbst. „Ich habe einen großen Markt gesehen, der vielleicht auch vernachlässigt wurde“, erklärte König den Schülerinnen und Schülern.

Positionierung und persönliche Überzeugung

Wiederholt betonte die Schneiderin, dass kontinuierliche Arbeit am eigenen Unternehmen unerlässlich sei. Im Laufe der Zeit habe sie eine klare Positionierung und einen USP entwickelt. Entscheidend sei für sie gewesen, persönlich hinter ihrem Angebot zu stehen und Kundinnen davon überzeugen zu können.

Offen sprach König auch über die Kosten einer Teilnahme an Fashion Weeks. Diese strategische Investition diene dazu, den Alleinstellungsmerkmal an die Zielgruppe zu kommunizieren. Durch eine „sanfte Repositionierung“ habe sich die Wahrnehmung ihres Labels verändert und der Markenwert gesteigert. Das verschaffe ihr mehr Spielraum bei der Preisgestaltung und erhöhe die Zahlungsbereitschaft ihrer Kundinnen.

Eigene Trends statt Nachahmung

Auf die Frage nach Trendorientierung antwortete König kurz: „Ich setze die Trends selbst!“ Selbstverständlich beobachte sie Entwicklungen in der Branche und reagiere darauf – allerdings mit eigenen Ideen, die aus ihrer Expertise entstehen.

Auch der Klimawandel beeinflusse ihre Arbeit. Zunehmend heiße Sommer mit Temperaturen von 40 Grad und mehr erfordern Anpassungen. „Wir arbeiten an Innovationen mit alternativen Stoffen und finden neue Lösungen, damit sich die Kleider auch bei großer Hitze angenehmer tragen lassen“, so die Meisterin.

Einzige Wiener Modeschule mit Modemarketing-Vertiefung

Die KMD Herbststrasse ist die einzige Modeschule in Wien, die in der Höheren Lehranstalt die Vertiefungsrichtung „Modemarketing & Visual Merchandising“ anbietet. Schülerinnen und Schüler lernen in eigenen Junior Companies und in Zusammenarbeit mit Wiener Labels sowie Modekonzernen, wie Marken erfolgreich geführt werden. Julia Lara König ist selbst Absolventin der Modeschule an der KMD Herbststrasse.

Quelle: https://www.humwien.at/school-blog/433-im-gespraech-mit-modelabels-modemarketing-schueler-innen-in-wien-unterwegs

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