WILD fertigt Baugruppen für Blutanalysegeräte von EKF

Die WILD Gruppe produziert zentrale Komponenten für Point-of-Care-Analysegeräte des Diagnostikspezialisten EKF. Rund 5.000 Einheiten werden jährlich gefertigt – Tendenz steigend.
Die WILD Gruppe stellt seit 2025 zentrale Baugruppen für das Hemo Control-System von EKF Diagnostics her. Das kompakte Analysegerät misst innerhalb von 25 bis 60 Sekunden Hämoglobinwerte und berechnet den Hämatokrit. Zum Einsatz kommt die Technologie unter anderem bei der Diagnose von Anämien, bei akutem Blutverlust, im Blutspende-Screening sowie im sportmedizinischen Monitoring.
Aktuell liefert WILD rund 5.000 Einheiten pro Jahr. Das Spektrum umfasst feinmechanische Komponenten, unterschiedliche Gehäusevarianten und Kontrollküvetten. Für weitere Geräte wie das Quo-Lab oder den Biosen-Analyzer zur Glukose- und Laktatmessung werden Komponenten für Rührgeräte und Flaschenfächer produziert.
Referenzen und Kompetenz als Entscheidungsgrundlage
Ausschlaggebend für die Partnerschaft waren laut Filip Novak, Head of Global Product Management bei EKF, neben der Fertigungskompetenz vor allem die Medizintechnik-Referenzen der Unternehmensgruppe. Die positiven Erfahrungen anderer Kunden in puncto Qualität, Zuverlässigkeit und professioneller Projektabwicklung hätten die Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Bereits im Auswahlprozess habe WILD ein tiefes Verständnis für die Anforderungen und Produkte des Diagnostikspezialisten gezeigt.
EKF gibt komplette Baugruppen bei WILD in Auftrag, statt zahlreiche Einzelteile und Lieferanten selbst koordinieren zu müssen. Materialbeschaffung, Lieferantenmanagement, Reklamationen und Logistik werden zentral gebündelt. Dadurch kann sich der Kunde stärker auf die Geräteendfertigung und die Weiterentwicklung seiner Systeme konzentrieren.
Flexibilität bei steigendem Bedarf
Die Zusammenarbeit schaffe einen spürbaren Mehrwert, da sie die Fertigung zuverlässig ergänze und interne Kapazitäten freisetze, erklärt Novak. WILD übernehme die Produktion in stabilen, qualitätsgesicherten Prozessen und sorge für Planbarkeit, Liefertreue und gleichbleibend hohe Qualität. Die Kooperation eröffne zudem die Möglichkeit, weitere Prozesse schrittweise auszulagern, ohne zusätzliche Komplexität aufzubauen.
Diese Flexibilität erwies sich bereits kurz nach Projektstart als entscheidend. Aufgrund internationaler Ausschreibungen erhöhte sich der Bedarf deutlich. Statt ursprünglich 400 Baugruppen wurden zeitweise bis zu 800 Einheiten pro Monat ausgeliefert. Möglich wurde dies durch standortübergreifendes Teamwork zwischen Österreich und der Slowakei, eingespielte Prozesse sowie die langjährige Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betont Christian Doujak, Projektleiter bei WILD.
Hohe Anforderungen an Feinmechanik
Besonders anspruchsvoll sei die präzise Abstimmung der feinmechanischen Komponenten, erklärt Doujak. Schon minimale Abweichungen könnten die Messqualität beeinflussen. Deshalb setze man auf geschulte Teams, definierte Prüfprozesse und dokumentierte Qualitätskontrollen entlang des gesamten Fertigungsprozesses.
Zudem wurde ein optimales Supply-Chain-Netzwerk aufgesetzt – einerseits mit bestehenden Lieferanten des Kunden, andererseits mit neuen aus dem Lieferantennetzwerk der WILD Gruppe. Parallel dazu überarbeitete WILD gemeinsam mit EKF bestehende Dokumentationen und passte diese an die neuen Lieferanten- und Fertigungsstrukturen an.
Dass die Serienfertigung innerhalb weniger Monate hochgefahren werden konnte, lag auch an einem von WILD entwickelten digitalen Projekt-Transfer-Management-System, das sämtliche Schritte transparent abbildet und die standortübergreifende Zusammenarbeit unterstützt.
Weitere Zusammenarbeit geplant
Neben der hohen Prozesssicherheit hebt EKF die Qualität der täglichen Abstimmung hervor. Kurze Reaktionszeiten, direkte Kommunikation und ein hohes Maß an Verbindlichkeit sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Die Zusammenarbeit sei offen, persönlich und lösungsorientiert, so Novak.
Die Kooperation entwickelt sich bereits weiter: Für die nächste Gerätegeneration plant EKF, den Technologiepartner zusätzlich in die Entwicklung einzubinden, unter anderem bei der Überarbeitung der optischen Messstrecke des Systems.
Quelle: https://www.wild.at/news/schneller-messen-sicherer-entscheiden
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