Wildtiere brauchen 60 Milliliter Wasser pro Kilo Körpergewicht

Wasser ist für Wildtiere überlebenswichtig. Wie viel Flüssigkeit ein Tier täglich benötigt, hängt vom Körpergewicht und der Nahrung ab. Als Faustregel gilt: Rund 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Tag sind nötig.
Für zahlreiche Tierarten stellt Wasser nicht nur einen Lebensraum dar, sondern ist auch für Landlebewesen ein unverzichtbares Element. Der tägliche Bedarf an Trinkwasser variiert je nach Körpergewicht und der Menge an Flüssigkeit, die über die Nahrung aufgenommen wird. Die Faustregel besagt: 60 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht und Tag benötigen Wildtiere.
Rehe decken Bedarf über Nahrung
Rehe nehmen die erforderliche Flüssigkeit überwiegend nicht durch Trinken auf, sondern über ihre Nahrung. Zu ihren bevorzugten Speisen zählen Knospen, Blätter und zarte Gräser, die in den frühen Morgenstunden besonders viel Feuchtigkeit enthalten. An heißen Sommertagen steigt der Flüssigkeitsbedarf auf etwa sechs Liter Wasser. Dennoch sind Rehe erst bei lang anhaltenden Hitzeperioden am Fluss- oder Teichufer beim Trinken zu beobachten. Im Winter halbiert sich ihr Bedarf nahezu, da sie in dieser Zeit deutlich weniger aktiv sind.
Füchse kommen mit wenig aus
Füchse benötigen vergleichsweise wenig Wasser. Die etwa 400 bis 500 Milliliter pro Tag im Sommer decken sie hauptsächlich über ihre Nahrung. Sie jagen Nagetiere und Vögel, zudem liefern Früchte und Beeren wertvolle Flüssigkeit. Im Winter sinkt der Wasserbedarf weiter. Als Wasserquelle dienen dann Schnee sowie nicht zugefrorene Bäche und Pfützen.
Fasan braucht regelmäßigen Zugang
Es gibt jedoch auch Tiere, die regelmäßig Zugang zu Wasser benötigen. Dazu gehört der Fasan, der häufig trinken muss. Er bevorzugt Lebensräume, in denen neben Nahrung und Deckung auch natürliche Wasserstellen vorhanden sind. Werden Teiche zum Schutz vor dem Fischotter elektrisch oder auf andere Weise eingezäunt, wird dadurch oft auch anderen Tierarten der lebenswichtige Zugang zum Wasser erschwert oder ganz verwehrt.
Anpassung in Trockenperioden
Wasserknappheit trifft heimische Wildtiere ebenso wie Menschen. In freier Wildbahn sind sie klimatischen Extremen unmittelbar ausgesetzt. Während längerer Trockenperioden passen viele Arten ihr Verhalten an. Entweder reduzieren sie ihre Aktivitäten, um Wasser zu sparen, oder sie begeben sich – wie etwa das Rotwild – auf Wanderungen, um weit entfernte Wasserstellen aufzusuchen. Eine Besonderheit dieser großen Wildart ist, dass sie auch einem Bad im kühlen Nass nicht abgeneigt ist.
Jäger schaffen Feuchtstellen
„Jägerinnen und Jäger kennen die Bedürfnisse der Wildtiere oft am besten“, erklärt BJM Ing. Mag. Wolfgang Neubauer. Sie schaffen und erhalten in ihren Revieren Feuchtstellen und Gewässer, die nicht nur den Tieren, sondern auch zahlreichen Pflanzen einzigartige Lebensräume bieten. Jeder könne diese Bemühungen unterstützen, indem diese besonderen Orte als Ruhezonen respektiert werden und den Wildtieren in schwierigen Zeiten kein zusätzlicher Stress bereitet wird.
Quelle: https://grossklein.gv.at/neuigkeiten/wild-und-wasser
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