Windbichler startet als Trainer in Ortmann

Mathias FischerMathias Fischer
Fußballspieler im roten Dress kämpfen im Spiel um den Ball vor einem Spieler im blauen Dress mit gelber Hose.
© DIENER / Alex Domanski (Symbolbild)

Richard Windbichler, ehemaliger Bundesligaspieler mit Stationen auf mehreren Kontinenten, übernimmt erstmals einen Cheftrainerposten. Bei der SG Ortmann/Oed-Waldegg will der 35-Jährige seine Erfahrungen weitergeben, so noe.ORF.at.

Der frühere Profi Richard Windbichler absolvierte über 100 Bundesligaspiele für Admira und Austria Wien. Seine Karriere führte ihn auch nach Dänemark, Südkorea, China, in die USA und nach Australien. Nun trainiert er die SG Ortmann/Oed-Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt – seine erste Cheftrainerposition.

Im Gespräch mit noe.ORF.at betont Windbichler, dass er nicht als Star auftrete. Er sei längst nicht mehr im Rampenlicht und wolle nicht als großer Zampano auftreten, nur weil er eine Karriere hinter sich habe. Vielmehr ordne er sich der Mannschaft unter und alle würden gemeinsam an einem Strang ziehen. Den Wechsel von der großen Fußballwelt zurück in die Landesliga habe er bewusst gewählt.

„All die Erfahrungen, die ich gemacht habe, die brauchen Sinn und Zweck. Nur, dass ich eine schöne Zeit gehabt habe, ist zu wenig“, erklärt der 35-Jährige. Er habe das Gefühl gehabt, in Ortmann etwas bewegen zu können. Die Leute würden ihm zuhören, und er hoffe, dass durch seine Arbeit alle ein bisschen besser würden – er selbst natürlich auch.

Ebreichsdorf und Wiener Neustadt als Favoriten

Der Meistertitel ist für Ortmann in dieser Saison kein Ziel. Als Favoriten gelten Ebreichsdorf aus dem Bezirk Baden und Wiener Neustadt – darüber herrscht unter Spielern und Trainern weitgehend Einigkeit. Wolfgang Heidenreich, Sportlicher Leiter in Ebreichsdorf, wehrt sich nicht gegen diese Einschätzung. Man habe eine Mannschaft, mit der man sicher um den Titel mitspielen wolle, doch es gebe andere Vereine, die etwas dagegen hätten.

Zu diesen Vereinen zählt auch Wiener Neustadt. Der ehemalige Bundesligist wird jedes Jahr als Mitfavorit genannt, blieb bisher aber erfolglos. Heuer soll die Rückkehr in die Regionalliga gelingen. Trainer Robert Weinstabl wünscht sich dafür mehr Unterstützung vom Publikum und übt überraschend deutliche Kritik am Neustädter Umfeld.

Man habe den Eindruck, als würde man dem Verein keinen Erfolg gönnen, sagt Weinstabl. Er sage bewusst, es fühle sich teilweise schon wie Hass an. Es liege aber an der Mannschaft selbst: Bei guten Leistungen und Ergebnissen hoffe man auf mehr Fans im Stadion, so der 42-Jährige.

Aufsteiger Hohenau plant den Durchmarsch

Eine weitere Mannschaft will sich ins Titelrennen einmischen, mit der kaum jemand gerechnet hätte. Aufsteiger Hohenau/Hausbrunn aus dem Bezirk Gänserndorf strebt nach dem Meistertitel in der 2. Landesliga Ost den Durchmarsch in die Regionalliga an. Trainer Matej Mitrovic begründet das Ziel: Die 1. Landesliga sei für den Verein unattraktiv, es gebe keine Derbies und die Reisen seien weit. In spätestens zwei Jahren wolle man aufsteigen.

Eine der jüngsten Mannschaften stellen die Amstetten Amateure. Nach dem Meistertitel in der 2. Landesliga West darf der „Kindergarten“ von Trainer Gernot Krimberger heuer erstmals bei den Großen mitspielen. Gott sei Dank gebe es in der Liga noch andere Kindergärten, so Krimberger. Diese seien aber schon länger dabei und wüssten, wie der Hase laufe. Das müssten seine Burschen noch lernen.

Ybbs nach tragischem Todesfall

Eine emotionale Saison steht Ybbs im Bezirk Melk bevor. Es ist die erste nach dem tragischen Tod von Robert Kaminger. Der 29-Jährige wurde im Derby gegen Kilb Anfang Mai wegen Brustschmerzen ausgewechselt und verstarb wenig später im Spital. Thomas Kaminger spielt ebenfalls für Ybbs und ist Kapitän. Der überraschende Tod seines Bruders war ein Schock, den er bis heute nicht überwunden habe.

Von Normalität sei er noch weit entfernt, sagt Kaminger. Es sei eine sehr schwere Zeit gewesen, weshalb an Fußball am Anfang auch nicht zu denken gewesen sei. Trotzdem freue er sich auf die neue Saison. Da die halbe Liga aus dem Mostviertel komme, stünden viele Derbies bevor. Das größte Match sei natürlich das gegen Wieselburg, darauf freuten sich auch die Fans am meisten.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3365924/

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