Windkraft-Ausbau: Sechs steirische Gemeinden blockieren

Pia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

In der Steiermark haben Gemeinderäte in sechs Kommunen Beschlüsse gegen geplante Windkraftprojekte gefasst. Betroffen sind auch Flächen in ausgewiesenen Eignungszonen. Die Grünen fordern mehr Überzeugungsarbeit vor Ort.

Mehrere Gemeinden in der Obersteiermark haben sich gegen Windkraftanlagen in ihrem Gebiet ausgesprochen. Die Gemeinderäte fassten entsprechende Beschlüsse, obwohl einige der betroffenen Flächen vom Land als Eignungszonen für Windenergie vorgesehen sind.

Beschlüsse quer durch alle Parteien

In Scheifling stimmte der Gemeinderat einstimmig gegen die geplante Eignungszone „Perchauer Eck“. In Rottenmann wurde eine Petition gegen den Standort „Hubereck“ per Beschluss unterstützt. Vier weitere Gemeinden – Kammern im Liesingtal, St. Michael in der Obersteiermark, St. Stefan ob Leoben und Traboch – brachten offizielle Einwände gegen die Zone „Steineck“ ein.

Der Widerstand zieht sich durch alle Parteien: Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden gehören ÖVP, SPÖ und FPÖ an. Dies deute auf ein grundsätzliches Vertrauensproblem hin, heißt es von den Grünen.

Grüne kritisieren mangelnde Kommunikation

Sandra Krautwaschl, Klubobfrau der Grünen, sieht die Landesregierung in der Pflicht. „Wenn Gemeinden in Eignungszonen per Beschluss jedes Windrad verhindern möchten, läuft etwas massiv falsch“, wird sie zitiert. Die Regierungsparteien müssten ihre Bürgermeister vom Mehrwert der Windkraft überzeugen.

Vorbehalte in der Bevölkerung ließen sich nur durch konkrete Information abbauen, etwa über regionale Wertschöpfung oder stabilere Energiepreise. Krautwaschl kritisiert zudem, dass viele Gemeinden noch immer auf das Sachprogramm Wind warten: „Es kann nicht sein, dass wir immer noch auf das Sachprogramm Wind warten müssen.“

Forderungen für die Energiewende

Die Grünen fordern einen anderen Zugang zur Energiewende vor Ort:

  • Bürgermeister und Gemeinderäte sollen frühzeitig eingebunden werden
  • Vorteile der Windkraft für Gemeinden müssen klar und verständlich aufgezeigt werden
  • Das Sachprogramm Wind soll endlich umgesetzt werden, um Planungssicherheit zu schaffen

Ob aus der Ablehnung der sechs Gemeinden ein Dialog entstehe, hänge nun von der Landesregierung ab. Die Energiewende gelinge nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort, so die Grünen.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/windkraft-gemeinden-ueberzeugungsarbeit-steiermark

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