Windkraft Simonsfeld schützt Altholzwald und Wiesenvögel

Mathias FischerMathias Fischer
Landschaft mit Solaranlage, Wald, Wiesen, Tieren und Windrädern
© Mit KI (Gemini) generiert

Das niederösterreichische Energieunternehmen Windkraft Simonsfeld kombiniert den Ausbau erneuerbarer Energie mit Naturschutzprojekten. Rund 100 Hektar Flächen wurden für ökologische Maßnahmen gesichert, darunter ein zehn Hektar großer Altholzbestand in den March-Thaya-Auen.

Die Windkraft Simonsfeld setzt bei ihren Kraftwerksprojekten auf umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen. Das Unternehmen hat knapp 100 Hektar landwirtschaftliche Flächen gepachtet und einer extensiven Bewirtschaftung zugeführt. Dort werden artenreiche Brachen und Lebensräume angelegt, die vor allem Greifvögeln, Niederwild und Insekten zugutekommen. Eine schonende und zeitlich abgestimmte Mahd soll den Niederwildbestand schützen und die Insektenvielfalt erhalten.

Altholzbestand in den March-Thaya-Auen gesichert

In den March-Thaya-Auen in Niederösterreich pachtet das Unternehmen im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für seine Windparks einen rund zehn Hektar großen Altholzbestand. Dem ökologisch wertvollen Waldgebiet drohte die forstliche Nutzung. Durch die Pacht bleibt der Wald naturbelassen und sichert Nahrungsflächen sowie Brutplätze geschützter Vogelarten. Regelmäßig oder wiederkehrend wurden dort Rot- und Schwarzmilan, Habicht, Wespen- und Mäusebussard, Schwarzstorch und Uhu als Brutvögel nachgewiesen.

„Biologinnen und Biologen bemühen sich bereits seit den 1990er-Jahren darum, in diesem Gebiet eine Horstschutzzone einzurichten. Bislang fehlten dafür jedoch die finanziellen Mittel“, erklärt Lara Landis, Biologin bei der Windkraft Simonsfeld. In den vergangenen fünf Jahren sei der hiebsreife Bestand sukzessive in die forstliche Nutzung genommen worden, wodurch bereits einige der zuvor genutzten Horstbäume geschlägert wurden. Durch die Ausgleichsmaßnahmen könne der wertvolle Altholzbestand nun langfristig geschützt werden.

Zusätzlich unterstützt die Windkraft Simonsfeld ein Projekt des WWF Österreich zur Renaturierung der March-Thaya-Auen mit 30.000 Euro. Damit soll ein weiterer Beitrag zur ökologischen Aufwertung und langfristigen Sicherung wertvoller Lebensräume in der Region geleistet werden.

Rekordwert bei Wachtelkönig-Erfassung

Seit vielen Jahren unterstützt die Windkraft Simonsfeld gemeinsam mit der WEB Windenergie und dem Verein AURING in den March-Thaya-Auen den Schutz des Wachtelkönigs, eines der seltensten Wiesenvögel Europas. Die beiden Energieunternehmen finanzieren die systematische Erfassung der Tiere und konkrete Maßnahmen zur Sicherung ihrer Lebensräume.

In Zusammenarbeit mit Naturschutz und Landwirtschaft konnten rund 68 Hektar wertvolle Lebensräume gesichert werden. Auf 6,7 Hektar Wiesen wurde die Mahd gezielt verschoben, damit die Jungvögel ungestört heranwachsen können. Zahlreiche Pächter und Eigentümer erklärten sich bereit, ihre Flächen erst dann zu bewirtschaften, wenn die Jungvögel bereits flügge sind.

Die Ergebnisse zeigen Wirkung: 2025 wurden im österreichischen Teil der March-Thaya-Auen insgesamt 71 Wachtelkönige nachgewiesen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebungen im Jahr 2013.

Sonnenkraftwerk auf ehemaliger Deponie

Beim Sonnenkraftwerk Klement in der Marktgemeinde Ernstbrunn verbindet die Windkraft Simonsfeld Stromerzeugung mit ökologischer Aufwertung. Die Photovoltaikanlage wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie errichtet. Der bestehende pannonische Trockenrasen bleibt als wertvolles Biotop erhalten, die übrigen Grünflächen werden von Schafen beweidet. Rund um den Trockenrasen wurden mehr als 700 Sträucher und Bäume gepflanzt. Sie schaffen zusätzliche Rückzugsräume und erhöhen die Strukturvielfalt.

Ergänzt wird das Konzept durch eine Benjeshecke aus Totholz und Heckenschnitt, die mit Weidensetzlingen begrünt wird. Sie bietet unter anderem der seltenen Sperbergrasmücke sowie Igeln, Eidechsen und zahlreichen Insekten Schutz und Lebensraum. Fünf naturbelassene Steinhaufen schaffen Sonnenplätze und Verstecke für Reptilien, Rückzugsräume für Kleinsäuger sowie Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten.

„Die Energiewende darf nicht gegen den Naturschutz ausgespielt werden. Nachhaltiger Ausbau heißt für uns, wirtschaftliche mit ökologischer Verantwortung zu verbinden“, betont Alexander Hochauer, Finanzvorstand der Windkraft Simonsfeld. Investitionen in Wind- und Sonnenenergie stärkten die heimische Stromversorgung, schafften regionale Wertschöpfung und ermöglichten konkrete Maßnahmen zum Schutz wertvoller Lebensräume.

Markus Winter, Technikvorstand der Windkraft Simonsfeld, ergänzt: „Entscheidend ist, dass wir bei jedem Projekt genau hinschauen und gemeinsam mit Fachleuten und regionalen Partnerinnen und Partnern Lösungen entwickeln, die vor Ort tatsächlich wirken.“

Die Windkraft Simonsfeld AG mit Firmensitz in Ernstbrunn betreibt und entwickelt Wind- und Sonnenkraftwerke in Österreich und Europa. Mit insgesamt 98 Wind- und Sonnenenergieanlagen in Österreich, Bulgarien und der Slowakei produziert das Unternehmen den jährlichen Strombedarf von über 163.000 Haushalten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiter und zählt mit rund 2.700 Aktionären zu den größten Bürgerbeteiligungsunternehmen Österreichs.

Quelle: OTS

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