Windkraftzonen im Waldviertel sorgen für Kritik

Mathias FischerMathias Fischer
Konflikt Waldviertel? Windrad und Fragezeichen-Schatten vor bewaldeter Hügellandschaft.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die IG Waldviertel übt scharfe Kritik an fünf neuen Windkraftzonen, die im September 2024 von der niederösterreichischen Landesregierung ausgewiesen wurden. Die Bürgerinitiative bemängelt das Auswahlverfahren und fordert Transparenz.

Die niederösterreichische Landesregierung hat im Rahmen der ersten Novelle des sektoralen Raumordnungsprogramms Windkraft im September 2024 fünf neue Zonen im Waldviertel festgelegt: WA101 und WA102 Bärnkopf, WA105 Predigtstuhl, WA107 Sasswald sowie WA109 Burgschleinitz. Die Standortwahl stößt bei der IG Waldviertel auf Widerstand.

Bei den Flächen rund um Bärnkopf bestehen laut der Bürgerinitiative erhebliche Konflikte mit Natur-, Arten- und Landschaftsschutz. Auch bei den anderen Zonen sieht die IG Waldviertel Probleme. Besonders auffällig: Die Standorte Predigtstuhl und Sasswald waren bereits 2014 aus der Zonierung ausgeschieden worden. Die Zone Burgschleinitz wurde nach einer negativen Volksbefragung wieder gestrichen, beim Predigtstuhl führte eine ebenfalls ablehnende Volksbefragung zu einer Verkleinerung.

Kritik am Auswahlverfahren

„Fünf neue Zonen, davon zwei bereits 2014 ausgeschiedene Standorte, zwei negative Volksbefragungen sowie erhebliche Natur-, Arten- und Landschaftsschutzkonflikte – das wirft grundlegende Fragen zur Qualität der Standortwahl auf“, so die IG Waldviertel.

Die Bürgerinitiative verlangt eine umfassende und transparente Aufarbeitung des Auswahlverfahrens. Offengelegt werden müsse, nach welchen Kriterien die Zonen bestimmt wurden und wie bekannte Konflikt- und Ausschlussgründe berücksichtigt wurden. Zudem stelle sich die Frage, weshalb zwei bereits 2014 ausgeschiedene Standorte erneut aufgenommen wurden. Auch die Rolle von Natur-, Arten- und Landschaftsschutz sowie die Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung müsse nachvollziehbar sein.

Forderung nach Konsequenzen

„Die Landesregierung muss erklären, wie Standorte mit einem derartigen Konfliktpotenzial ausgewiesen werden konnten. Die Folgen dieser Standortwahl dürfen nicht auf Gemeinden und Bevölkerung abgewälzt werden. Aus den erkennbaren Fehlentwicklungen müssen Konsequenzen für künftige Planungsentscheidungen gezogen werden“, fordert die IG Waldviertel.

Der Bürgerinitiative geht es nach eigenen Angaben nicht um eine grundsätzliche Ablehnung erneuerbarer Energie, sondern um die Verantwortung des Landes für eine nachvollziehbare und fachlich belastbare Raumplanung. „Wer Zonen für bis zu 260 Meter hohe Windkraftanlagen festlegt, muss deren tatsächliche Eignung vor der Ausweisung umfassend prüfen. Ein ‚Weiter wie bisher' darf es nicht geben“, heißt es abschließend.

Quelle: OTS

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