Wintertourismus wartet auf Saisonarbeiter-Verordnung

Wenige Wochen vor Beginn der Wintersaison fehlt in Österreichs Skigebieten weiterhin die Verordnung zum Saisonnierskontingent. Die Tourismusbranche fordert rasche Klarheit über die Beschäftigungsbewilligung für ausländische Saisonkräfte.
Die Tourismusbranche in den österreichischen Wintersportregionen zeigt sich zunehmend verärgert über das Ausbleiben der Saisonnierskontingent-Verordnung. Obwohl die Regelung bereits Ende September hätte vorliegen sollen, herrscht kurz vor dem Start der Wintersaison noch immer Unklarheit. Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, verlangte gegenüber der APA Planungssicherheit für die Betriebe.
Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hatte im vergangenen Winter zugesagt, bis 30. September dieses Jahres einen neuen Erlass vorzulegen, falls die damalige Verordnung nicht verlängert werde. Diese wurde tatsächlich nicht weitergeführt, da die Kontingente nicht zu den erforderlichen 75 Prozent ausgeschöpft worden waren. Der angekündigte neue Beschluss lässt jedoch weiter auf sich warten.
Betriebe können nicht verlässlich planen
In der Branche sorgt die Verzögerung für Unmut. Ein Vorarlberger Hotelier fragte gegenüber der APA, wie Tourismusbetriebe ihre Wintersaison verlässlich planen sollten, wenn die rechtlichen Voraussetzungen für die Beschäftigung von Saisonmitarbeitern wenige Wochen vor Saisonbeginn noch ungeklärt seien.
Biedermann-Smith kritisierte, dass die Saisonnierkontingente jedes Jahr aufs Neue zum Thema würden. „Man fängt immer wieder von vorne an“, so die Spartengeschäftsführerin. Nun werde wieder alles in Frage gestellt und verzögert.
Tourismus auf Saisonkräfte angewiesen
Zwar machen die Saisonniers einen vergleichsweise kleinen Teil der Arbeitskräfte aus: Bei österreichweit 160.000 Mitarbeitern in Hotellerie und Gastronomie betrug das Saisonnierkontingent im vergangenen Jahr lediglich 8.000. Dennoch sei der Tourismus auf diese Arbeitskräfte angewiesen, betonte Biedermann-Smith. Trotz angepasster Arbeitsbedingungen könnten nicht genügend Mitarbeiter aus Österreich gewonnen werden.
Mit dem letztjährigen Kontingent sei man gut gefahren, die Zusammenarbeit mit dem AMS im Land funktioniere gut und die Unternehmen würden frühzeitig informiert. „Und jetzt macht uns die Politik einen Strich durch die Rechnung“, so Biedermann-Smith. „Auch wir sollten arbeiten können und wollen nicht mehr Spielball sein.“ Sollte weiterhin keine Klarheit geschaffen werden, befinde man sich in Vorbereitung für Maßnahmen auch aus den Ländern.
Quelle: APA
Worüber spricht Vorarlberg morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.