Wipptal und Land Tirol kämpfen gemeinsam gegen Transit

Fünf Monate nach Übergabe des Forderungspapiers der Wipptaler Bürgermeister an Landeshauptmann Anton Mattle zeigen sich erste Erfolge. Vor dem anstehenden EuGH-Urteil zur italienischen Transitklage bekräftigen die Verantwortlichen ihre Forderungen.
Im Juni übergaben die Wipptaler Gemeinden ihr Forderungspapier an Landeshauptmann Anton Mattle. Dieser leitete die Anliegen der transitgeplagten Region umgehend an die EU-Kommissionspräsidentin, die Verkehrsminister in Österreich und Deutschland sowie über die österreichische Botschaft an die italienische Regierung weiter. Seither fanden Gespräche mit dem österreichischen Verkehrsminister, der ASFINAG und den ÖBB statt.
„Angesichts der anstehenden Urteilsverkündung des EuGH in der italienischen Transitklage ist das Forderungspapier der Wipptaler Bürgermeister aktueller denn je“, betont Planungsverbandsobmann LA Bgm. Florian Riedl. Seit Jahren steige die Transitbelastung, während die notwendige Unterstützung aus Wien, Berlin, Rom und Brüssel fehle. Sein Dank gelte Mattle, der sich für das Wipptal einsetze.
Erste Verbesserungen erreicht
Die Zusammenarbeit zwischen Land und Region zeigt bereits Wirkung: Beim Baustellenverkehr auf der Luegbrücke wurde eine Verbesserung erzielt, die die Anrainer entlang der B182 entlastet. Das Land will diese Praxis künftig bei allen Baustellen einfordern.
Die ASFINAG steht wegen der Landesinitiativen direkt mit den Standortgemeinden in Kontakt, um Lärmschutzmaßnahmen umzusetzen. In Schönberg wurden bereits erste umfassende Maßnahmen realisiert, weitere Lärmschutzwände sind in Planung. Auch die ÖBB stimmen Sanierungen und neue Lärmschutzprojekte mit den Gemeinden ab, unterstützt vom Land.
Für ein effektives Filter- und Reinigungssystem der A13-Entwässerung liegt ein Sanierungsplan vor. Drei konkrete Entwässerungsabschnitte sind genehmigt oder bereits im Bau.
Verteidigung der Anti-Transit-Maßnahmen
Mattle hält an seinen Zusagen fest: Tirol verteidigt die Anti-Transit-Maßnahmen vor dem Europäischen Gerichtshof und bereitet sich auf verschiedene Szenarien nach dem Urteil vor. Die Landesregierung lehnt einen Kapazitätsausbau der A13 und die dauerhafte Nutzung des Pannenstreifens ab.
In überregionalen Gremien wirbt das Land für eine Brenner-Korridormaut, deren Niveau sich an die Schweizer Mauttarife annähern soll. Besonders bei Deutschland und Italien wird diese Forderung eingebracht.
„Wir bleiben dran und stehen zu unseren Forderungen“, erklärt Riedl abschließend. Der parteiübergreifende Schulterschluss sei in der Transitfrage wesentlich. Die Gegenspieler säßen nicht in Tirol, sondern in den Hauptstädten Rom, Berlin und Brüssel.
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