Wirth fordert Vier-Tage-Woche für minderjährige Lehrlinge

Der Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland verlangt modernere gesetzliche Rahmenbedingungen für Ausbildungsbetriebe. Im Zentrum steht die Forderung, dass auch Lehrlinge unter 18 Jahren bei einer Vier-Tage-Woche bis zu zehn Stunden täglich arbeiten dürfen.
Andreas Wirth, Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, kritisiert veraltete gesetzliche Bestimmungen, die Lehrbetriebe bei der Ausbildung junger Fachkräfte behindern. Betriebe würden täglich viel Zeit und Geld in die Ausbildung investieren, würden aber durch überholte Regelungen ausgebremst, so Wirth.
Gleiche Rechte bei flexiblen Arbeitszeitmodellen
Ein Hauptanliegen ist die Vier-Tage-Woche für Lehrlinge unter 18 Jahren. Viele Betriebe verteilen die vereinbarte Wochenarbeitszeit bereits auf vier statt fünf Tage, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Während volljährige Lehrlinge dabei bis zu zehn Stunden Normalarbeitszeit pro Tag leisten dürfen, sind minderjährige Lehrlinge auf acht Stunden – in bestimmten Fällen auf neun Stunden – pro Tag beschränkt.
„Dadurch können sie von diesem in vielen Betrieben bereits erfolgreich gelebten Arbeitszeitmodell oft nicht profitieren oder ein Lehrverhältnis kann erst gar nicht zustande kommen“, erklärt Wirth. Er fordert, dass auch minderjährige Lehrlinge bei einer Verteilung auf vier Tage bis zu zehn Stunden täglich arbeiten dürfen.
Weniger Bürokratie bei Auflösung von Lehrverhältnissen
Wirth verlangt zudem einfachere Regelungen bei der Beendigung von Lehrverhältnissen. Die derzeit vorgesehenen Wege seien oft unzureichend und mit komplizierten Fristen und Verfahren verbunden. Besonders problematisch seien Fälle, in denen getrennt lebende Elternteile minderjähriger Lehrlinge die gemeinsame Obsorge haben. Sind sich die Eltern nicht einig oder ist ein Elternteil nicht auffindbar, sollte die Unterschrift eines obsorgeberechtigten Elternteils für eine rechtswirksame Auflösung ausreichen, so der Wirtschaftskammer-Präsident.
Entschädigung für Ausbildungsbetriebe gefordert
Ein weiterer Punkt ist eine Ausbildungsentschädigung für Lehrbetriebe. Wirth zieht einen Vergleich zum Fußball, wo Ausbildungsvereine eine Entschädigung erhalten, wenn ihre Talente Karriere machen. Dieses Prinzip sollte auch für Lehrbetriebe diskutiert werden.
Unternehmen investierten über Jahre in die Ausbildung ihrer Lehrlinge. Wenn fertig ausgebildete Fachkräfte unmittelbar nach der Lehrabschlussprüfung von anderen Betrieben abgeworben werden, sei das für Ausbildungsbetriebe ein großer Nachteil. „Wer Verantwortung übernimmt und Fachkräfte ausbildet, darf am Ende nicht der Verlierer sein“, so Wirth.
Der Wirtschaftskammer-Präsident betont, dass Lehrbetriebe unverzichtbar seien. Es brauche moderne Gesetze, weniger Bürokratie und Rahmenbedingungen, die zur heutigen Arbeitswelt passen.
Quelle: https://www.wko.at/bgld/news/wirth-fordert-zeitgemaesse-rahmenbedingungen-fuer-lehrbetrieb
Worüber spricht Eisenstadt morgen?
Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.