Wissenschaftlerinnen diskutieren Vielfalt in der KI

Mona HopfingerMona Hopfinger
© Amélie Chapalain | TU Wien Informatics

Bei der Veranstaltung „She Goes AI. We Are AI.“ an der TU Wien tauschten sich führende Forscherinnen über die Bedeutung von Diversität für wissenschaftliche Exzellenz und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz aus.

TU Wien Informatics brachte am 7. Oktober führende Wissenschaftlerinnen aus Künstlicher Intelligenz und Informatik zusammen. Unter der Moderation von Dekanin Gerti Kappel befassten sich die Teilnehmerinnen mit Exzellenz in Forschung und Wissenschaft, Diversität, der verantwortungsvollen Entwicklung von KI und digitaler Souveränität.

Am Podium diskutierten Agata Ciabattoni (TU Wien Informatics), Tatjana Chavdarova (TU Wien Informatics), Maria Christakis (TU Wien Informatics), Fariba Karimi (TU Graz), Bettina Könighofer (TU Graz), Julia Neidhardt (TU Wien Informatics) und Krisztina Rozgonyi (Austrian Institute of Technology). Ihre Forschungsgebiete umfassen Software Engineering, KI-Sicherheit, Spieltheorie, soziale Netzwerke, Empfehlungssysteme und digitalen Humanismus.

An der Veranstaltung nahmen auch TU Wien-Rektor Jens Schneider und Susanne Buck, Leiterin der Abteilung für Technische Universitäten, MINT und Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, teil. Buck stellte zwei zentrale Fragen: Wo gehen Talente verloren? Und welche Rahmenbedingungen unterstützen Frauen dabei, in die Wissenschaft einzusteigen, dort zu bleiben und sich weiterzuentwickeln?

Förderung und praktische Erfahrungen gefordert

Die Diskussion zeigte, dass exzellente Forschung mehr als die Finanzierung einzelner Projekte benötigt. Als wichtige Voraussetzungen wurden wettbewerbsfähige und langfristig gesicherte Forschungsförderung, mehr Freiraum für ambitionierte Forschungsideen, weniger Bürokratie und schnellere Einstellungsverfahren genannt. Auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gut zugängliche Kinderbetreuung wurden als wesentlich erachtet.

Vorbilder können jungen Menschen aufzeigen, wie eine Karriere im Technologiebereich aussehen kann. Die Forscherinnen betonten zudem, wie wichtig es ist, Mädchen schon früh die Möglichkeit zu geben, selbst praktische Erfahrungen mit Technologie zu sammeln. „Bietet mehr Kurse an, in denen Kinder selbst Dinge ausprobieren können“, forderte Könighofer. Durch praktische Erfahrungen lasse sich Informatik greifbarer und zugänglicher machen.

Internationale Netzwerke spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ciabattoni berichtete, wie „Women in Logic“ Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit bietet, ihre Forschung vor einem weiblichen Publikum zu präsentieren. Chavdarova stellte das internationale Netzwerk „Women in Machine Learning“ vor. Es hilft Frauen mit Mentoring und Reisestipendien. So können sie leichter an wichtigen Fachkonferenzen teilnehmen.
Karimi sagt, Diversität sei eine wichtige Voraussetzung für verantwortungsvolle KI. Viele führende Forschende zu vertrauenswürdiger, fairer und verantwortungsvoller KI seien Frauen. Sie forderte konkrete Maßnahmen, gezielte Fördergelder und langfristige Unterstützung durch Institutionen. Damit sollen mehr Mädchen und Frauen für die Wissenschaft gewonnen werden.

Europäischer Ansatz bei KI-Entwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle Österreichs und Europas in der sich rasant entwickelnden KI-Landschaft. Die Forscherinnen sprachen sich für ein gemeinsames europäisches Vorgehen bei der Entwicklung von KI aus. Es soll auf den Stärken aufbauen, die Österreich schon hat, zum Beispiel bei vertrauenswürdiger und sicherer KI. Christakis sagte, Österreich solle sich auf Bereiche konzentrieren, in denen es Spitzenleistungen erbringen kann. Es solle nicht versuchen, überall gleichzeitig mitzuhalten. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit zwischen europäischen Forschungseinrichtungen, Forschenden und Unternehmen.
Rozgonyi sprach über die Umsetzung des EU AI Acts. Damit die Regeln in der Praxis wirken, brauche es Fachwissen, genug Mittel und eine abgestimmte Zusammenarbeit der Institutionen.
Am Ende der Veranstaltung wurde eine Videokampagne vorgestellt, die Informatik Austria gestartet hat. In ihrem Mittelpunkt stehen Frauen aus verschiedenen Bereichen der KI. Das reicht von Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen bis zu Professorinnen, Unternehmerinnen und Fachfrauen aus der Industrie. Mit einer geplanten Videoserie will die Initiative die Stimmen von Frauen stärken. Sie will auch die nächste Generation dazu bewegen, bei der Entwicklung von KI mitzumachen.

Quelle: https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/she-goes-ai-we-are-ai-frauen-wissenschaftliche-exzellenz-und-die-zukunft-von-ki

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