WKV warnt vor Kürzungen bei Wohnbauförderung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Wohnbauförderung: Familie und Seniorin blicken auf Hausbau mit Bausparer und Münzen in Vorarlberg.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg fordert eine ausreichend dotierte Wohnbauförderung. Ohne diese werde Wohneigentum nur noch für wenige leistbar sein, warnt Präsident Karlheinz Kopf.

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg appelliert an die Landesregierung, die Wohnbauförderung als zentrales Instrument zu betrachten. Leistbares Wohnen gehöre zu den entscheidenden Zukunftsfragen des Landes, heißt es in einer Aussendung.

Für junge Menschen und Familien werde der Erwerb von Wohneigentum zunehmend schwieriger. „Eine ausreichend hohe Dotierung der Wohnbauförderung erscheint unverzichtbar, wenn Eigentum auch künftig für breite Bevölkerungsschichten erreichbar bleiben soll“, betont Karlheinz Kopf, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Vorarlberg solle sich nicht schleichend zu einem Land entwickeln, in dem Wohneigentum nur noch für wenige leistbar sei.

Eigentum als Schutz vor Altersarmut

Die Wohnbauförderung sei eine wichtige sozialpolitische Investition, erklärt Petra Kreuzer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Wer im Laufe seines Erwerbslebens Wohneigentum schaffen könne, reduziere seine Wohnkosten im Alter wesentlich und sei nicht mit steigenden Mieten konfrontiert.

„Die Förderung von Eigentum ist damit gleichzeitig eine wirksame Maßnahme zur Vermeidung von Altersarmut“, so Kreuzer. Eine höhere Eigentumsquote könne langfristig auch die öffentliche Hand entlasten, wenn weniger Menschen auf Miet- oder Heizkostenzuschüsse angewiesen seien.

Der Wohnraumbedarf in Vorarlberg werde laut Prognosen weiter steigen, während die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren stark eingebrochen sei. Ein anhaltender Nachfrageüberhang bei kontinuierlicher Unterproduktion werde zwangsläufig auch steigende Mietpreise zur Folge haben, führt Kreuzer aus.

Konjunkturpolitischer Hebel für die Wirtschaft

Die Wohnbauförderung sei weit mehr als ein finanzieller Zuschuss – sie sei ein bedeutender konjunkturpolitischer Hebel und zentraler Stabilisator in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, streicht Kopf hervor. Investitionen in den Wohnbau lösten unmittelbar Aufträge für Bauwirtschaft, Handwerk, Planer, Zulieferer und zahlreiche weitere regionale Betriebe aus.

Im Bau- und Baunebengewerbe sowie in vor- und nachgelagerten Branchen hingen viele Arbeitsplätze, Lehrstellen und regionale Wertschöpfungsketten direkt an einer stabilen Wohnbauförderung. Mehr als 40 Prozent der Errichtungskosten im Neubau entfielen unmittelbar oder mittelbar auf Steuern und Abgaben. „Jeder Euro an Wohnbauförderung kommt damit in mehrfacher Hinsicht dem Land selbst wieder zugute“, verdeutlicht Kopf.

Bauträger unter Druck

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wäre es der falsche Weg, aktuell bei den Mitteln für die Wohnbauförderung zu sparen, warnt die Wirtschaftskammer. Ohne Stärkung der Wohnbauförderung werde eine Verbesserung der Baukonjunktur nicht gelingen. Das werde weiterhin direkte Auswirkungen auf Beschäftigung und den Unternehmensbestand haben.

„Wir haben in den vergangenen drei Jahren einige Bauträger verloren, darunter solide Betriebe, welche schon lange am Markt agiert haben. Weitere stehen mutmaßlich mit dem Rücken zur Wand“, betont Kreuzer. Wenn die öffentliche Hand hier nicht beginne stärker gegenzusteuern, verschärfe sich die Situation weiter.

Forderung nach langfristiger Absicherung

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg fordert die Landesregierung auf, die Wohnbauförderung mit ausreichend Mitteln auszustatten und langfristig finanziell abzusichern. Insbesondere junge Menschen, Familien und der Mittelstand sollten realistische Chancen auf Wohneigentum haben.

Mitentscheidend sei, dass die Einnahmen aus dem Wohnbauförderungsbeitrag und Rückflüsse aus Wohnbauförderdarlehen verbindlich für ihren Zweck eingesetzt werden. Auch die situationsbedingte Auslagerung auf eine Fremdfinanzierung der Wohnbaufördermittel als Überbrückungslösung sollte nicht ungeprüft bleiben.

„Wir appellieren an die Landesregierung, die langfristige Bedeutung der Wohnbauförderung nicht aus den Augen zu verlieren und nicht am falschen Ort zu sparen“, sagt Kopf abschließend.

Quelle: https://www.wko.at/vlbg/news/wkv-fordert-starke-wohnbaufoerderung-eigentum-sichern-altersa

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