Wöllersdorfer Firma sichert Formel 1-Strecken weltweit

Das niederösterreichische Unternehmen Deltabloc entwickelt Betonleitsysteme für Rennstrecken in aller Welt. Zuletzt wurden 3.300 Elemente für den neuen Formel 1-Kurs in Madrid geliefert, so der ORF.
Deltabloc hat seinen Sitz in Wöllersdorf und gehört zur oberösterreichischen Kirchdorfer-Gruppe. Das Unternehmen entwickelt Betonleitsysteme, die vom Schwesterunternehmen MABA für Österreich produziert werden. Insgesamt sind an beiden Standorten 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Lizenzen für 45 Länder
Das Unternehmen ist in 45 Ländern aktiv. Statt die schweren Betonelemente zu exportieren, vergibt Deltabloc Lizenzen an lokale Firmen. Patrick Schuch, Vertriebsleiter International, erklärt das Prinzip: Nach 25 Jahren Entwicklungsarbeit würden die Leitwände nach den Vorgaben aus Wöllersdorf im jeweiligen Land produziert und streng kontrolliert.
Für den neuen Formel 1-Kurs in Madrid wurden 3.300 Elemente benötigt. Die Lizenz erhielt ein portugiesischer Betrieb. Die größte Herausforderung war die Steilkurve „La Monumental“ – eine 550 Meter lange Kurve mit 24 Prozent Querneigung. Die Installation und Verankerung musste so erfolgen, dass die Leitwände wie auf einer geraden Strecke funktionieren, so Schuch.
Auftrag aus Saudi-Arabien
Nach dem erfolgreichen Einsatz in Madrid folgt nun ein weiterer Großauftrag aus der Formel 1. Im Qiddiya Speed Park in Saudi-Arabien wird derzeit ein spektakulärer Abschnitt namens „The blade“ in 70 Metern Höhe ausgestattet. Wie in der Automobiltechnik sei die Formel 1 auch für Betonwandbauer ein Innovationstreiber, heißt es.
In Madrid kamen erstmals zwölf Prototypen von Deltabloc zum Einsatz. Deren Erzeugung verbrauchte laut Betrieb 99 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid als herkömmliche Betonelemente. Im Oktober wurde MABA in Wöllersdorf mit CSC Silver zertifiziert, unter anderem für die Einsparung von mindestens 50 Prozent CO2 gegenüber dem Branchenreferenzwert.
Glasfaser in Betonwänden
MABA produziert neben Betonwänden insgesamt 500 Produkte – von Trafo-Stationen über Gleistragplatten bis zu Tunnelsegmenten für die Wiener U-Bahnen. Die neueste Innovation ist die sogenannte TAM-Technologie: Betonleitwände werden mit Glasfaserkabeln ausgestattet, die Vibrationen vorbeifahrender Fahrzeuge erfassen.
Die Signale werden in Verkehrsdaten umgerechnet. Geschwindigkeit, Fahrzeugtyp, Bremsmanöver, Unfälle, Verkehrsaufkommen sowie Stau- oder Gefahrensituationen werden in Echtzeit erfasst und auf den Meter genau lokalisiert. Dadurch würden Verkehrskameras überflüssig, auf komplexe Verkehrssituationen könne sofort reagiert werden, so das Unternehmen.
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