Wörthersee: 50 Jahre alte Abwasserleitungen werden erneuert

Pia Prodinger
Erneuerung Abwasserleitung Wörthersee: Neues Doppelrohrsystem bis 60m Tiefe
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Abwasserleitungen am Grund des Wörthersees sind nach fünf Jahrzehnten am Ende ihrer Lebensdauer. Ein neues System mit 25 Kilometern Rohren und getrennten Leitungen für Nord- und Südufer soll die Wasserqualität weiter sichern, so der ORF.

Am Boden des Wörthersees liegen Rohrleitungen, die seit einem halben Jahrhundert die Abwässer sämtlicher Ufergemeinden zur Kläranlage befördern und damit zur Sauberkeit des Gewässers beitragen. Diese Leitungen hätten nun das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht, erklärte Christian Scheider, Bürgermeister von Klagenfurt und Obmann des Wasserverbandes Wörthersee-Ost. Die anstehende Erneuerung sei ein bedeutender Schritt zur Sicherung der Wasserqualität.

Infrastruktur aus den 70er-Jahren

Das bestehende Leitungsnetz stammt aus den 1970er-Jahren und bewahrte den Wörthersee damals vor einem ökologischen Zusammenbruch durch ungereinigte Abwässer. Das System umfasst 154 Kilometer Rohrleitungen, 40 Pumpstationen und Leitungen, die bis zu 60 Meter tief verlaufen.

Besonders während der Hochsaison stoße die Infrastruktur an ihre Kapazitätsgrenzen, berichtete Ingolf Herold, Geschäftsführer des Wasserverbands Wörthersee Ost. Bei der Pumpstation Bad Kropfitsch würden in Spitzenzeiten 1.200 Kubikmeter Abwasser pro Stunde anfallen – die gesammelten Abwässer des gesamten Sees. Ein Leitungsschaden hätte dort gravierende Folgen.

Doppelleitungssystem als Sicherheitsnetz

Das neue Konzept sieht eine grundlegende Umgestaltung vor. 25 Kilometer neue Leitungen werden verlegt, ergänzt durch ein Doppelleitungssystem zur Absicherung. Nord- und Südufer erhalten künftig getrennte Systeme.

Projektleiter Daniel Seebacher erläuterte die Planung: Das Südufer werde über ein geschlossenes System bis nach Maiernigg gepumpt, ebenso das Abwasser vom Nordufer. Von Maiernigg aus entstehe ein neuer Transportkanal südlich des Klagenfurter Stadtgebiets bis zur Kläranlage. Dadurch werde ein entkoppeltes System geschaffen, das insbesondere das städtische Kanalnetz erheblich entlaste.

Die Bauarbeiten finden ausschließlich außerhalb der Tourismussaison statt, zwischen Oktober und April, und erstrecken sich über mehrere Jahre.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3361123/

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