Wörthersee: Anrainer werden zu Nutzung und Ökologie befragt

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Rahmen des Projekts „Seendialog Wörthersee“ läuft den gesamten September über eine Befragung. Die Bevölkerung der sieben Anrainergemeinden, Urlauber, Beschäftigte und Wassersportler können sich zu Nutzung und Verbesserungsvorschlägen äußern.

Ob das touristische Angebot erweitert, mehr Geh- und Radwege geschaffen oder Motorboote eingeschränkt werden sollen – diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt einer Befragung am Wörthersee. Das Projekt „Seendialog Wörthersee“ richtet sich an unterschiedliche Gruppen: Bewohner der Anrainergemeinden, Urlaubsgäste, Beschäftigte und Wassersportler. Ziel ist es, Vorschläge im Spannungsfeld zwischen menschlicher Nutzung und ökologischen Anforderungen zu sammeln.

Der See sei Natur- und Lebensraum sowie Wirtschafts- und Tourismusfaktor, gleichzeitig aber auch ein sensibles ökologisches System mit unterschiedlichen Nutzungsinteressen, so das Projekt in einer Aussendung vom Dienstag. Nach den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist der ökologische Zustand des Gewässers derzeit nur als „mäßig“ eingestuft. Grund dafür sind der Rückgang von Wasserpflanzen und Schilfbeständen, wodurch Lebensraum für Wasservögel und andere Wasserlebewesen schwindet.

Schutz und wirtschaftliche Entwicklung verbinden

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) erklärte, man wolle den Wörthersee langfristig schützen und seine ökologische Funktionsfähigkeit mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung verbinden. Die Befragung ermögliche es Betroffenen, ihre Vorstellungen einzubringen, damit am Ende gemeinsame Lösungen von den Menschen vor Ort mitgetragen würden.

Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ) betonte, dass neben Anrainern mit Haupt- oder Zweitwohnsitz auch Urlaubs- und Tagesgäste, lokale Betriebe und deren Beschäftigte sowie ansässige Vereine und Initiativen teilnehmen sollen. Je breiter die Beteiligung sei, desto besser könnten Schutz, Erholung und regionale Entwicklung miteinander verbunden werden.

Online und analog möglich

Der Fragebogen kann online unter www.seendialog.at ausgefüllt werden. In den Anrainergemeinden liegt er auch in gedruckter Form zur Teilnahme auf. Die Ergebnisse sollen im Herbst präsentiert werden. Gespräche im Rahmen des Seendialogs und Workshops mit Stakeholdern laufen bereits seit dem Frühjahr. Auf Grundlage der Erhebungen sollen Maßnahmenvorschläge entwickelt und abgestimmt werden.

Quelle: APA

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