Wolffhardt startet bei EM als Mama ins Comeback

Die niederösterreichische Kanutin Viktoria Wolffhardt (32) feiert bei den Wildwasser-Europameisterschaften ab Donnerstag in Ivrea ihr Comeback. Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter peilt sie langfristig die Olympischen Spiele 2028 in Oklahoma City an.
Die 32-jährige Viktoria Wolffhardt kehrt nach ihrer Babypause in den internationalen Kanu-Rennsport zurück. Bei den Wildwasser-Europameisterschaften in Ivrea (Italien), die am Donnerstag beginnen, tritt die Niederösterreicherin erstmals wieder auf großer Bühne an. Ihr langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Oklahoma City. Bei den Sommerspielen 2021 belegte sie Platz 11 im Kajak, 2024 wurde sie 14. im Canadier.
Vor einem Jahr brachte die Athletin ihre Tochter zur Welt. „Das Schönste, das mir bis jetzt passiert ist“, sagte sie. Bewusst ließ sie sich Zeit mit dem Wiedereinstieg. Sie begann mit Spaziergängen, Gymnastik und Krafttraining, ehe sie ab Jänner mit dem sportspezifischen Training auf der Donau in Tulln und später im Wildwasserkanal in Wien startete.
Schlafmangel erschwert Rückkehr
„Ich bin ein paar kleine Wettkämpfe gefahren. Es ist alles nicht wie früher. Der Schlafmangel hat mich mehr mitgenommen, als ich gedacht habe. Aber in den letzten Monaten geht es schon besser“, erklärte Wolffhardt im APA-Gespräch.
Hohe Erwartungen bei der EM wären unrealistisch, betonte die Canadier-Europameisterin von 2018. „Ich bin sicher nicht fit genug, um vorne mitzufahren. Es ist ein Zurückkommen und Schauen, wo man steht. Sicher weiter hinten, aber irgendwo muss man anfangen“, so die Sportlerin. Sie wolle eine gute Leistung in ihrem aktuellen Fitnesszustand zeigen und dann im Winter intensiv trainieren. Die Unterstützung des Bundesheeres während der Schwangerschaft und danach ermögliche ihr den Olympia-Plan. Erste Tickets für 2028 werden 2027 bei der WM in La Seu d'Urgell vergeben.
Sieben Kinder bei der EM dabei
Nach den Sommerspielen in Paris wurden mehrere Konkurrentinnen Mutter. Betreuungsmöglichkeiten vor Ort gibt es im Kanu-Sport jedoch nicht. „Es wäre ein gutes Geschäftsmodell. Es sind jetzt, glaube ich, sieben kleine Kinder da unterwegs“, meinte Wolffhardt lachend. „Aber nein, es gibt nichts, man muss selber schauen, wie man das macht. Jeder hat einen anderen Background und eine andere Situation und jedes Kind ist auch anders.“
Die Trainingszeiten seien nicht an die Schlafenszeiten der Kinder angepasst, was die Situation schwierig und stressig mache. „Es ist eine neue Herausforderung. Ich wusste, dass es nicht leicht wird. Und das ist es auch nicht. Schwerer als gedacht. Aber es ist auch sehr schön“, sagte sie. Da der Vater ihrer Tochter ebenfalls Paddler für eine andere Nation ist und beim Wettkampf nicht helfen kann, sind ihre pensionierten Eltern in Ivrea ihr Support-System – und auch daheim eine große Hilfe.
Österreichisches Team in Ivrea
Ivrea zählt zu Wolfhardts Lieblingsstrecken, da sie Anlagen mit natürlichem Gefälle bevorzugt. Zudem feierte sie dort bereits Erfolge. Beim Saisonabschluss im Slalomsport sind für Österreich auch Mario Leitner, Felix Oschmautz und Juniorenweltmeister Max Steinbrenner (jeweils Kajak Einer und Kajak Cross) sowie Milo Oblinger (Canadier Einer) im Einsatz.
Quelle: APA
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