WWF fordert Rückzug von Biber-Verordnung in NÖ

Die Umweltschutzorganisation WWF übt scharfe Kritik an der geplanten Biber-Verordnung in Niederösterreich. Der Entwurf stelle eine drastische Verschärfung dar und erlaube pauschale Abschüsse, heißt es in einer Aussendung.
Der WWF hat den Verordnungsentwurf zur Biber-Regelung in Niederösterreich scharf kritisiert und fordert dessen Rückzug. Stattdessen müsse es Vorrang für Prävention, fachkundige Beratung und naturverträgliche Maßnahmen geben, so die Organisation.
Nach Einschätzung der Umweltschützer würde die neue Regelung die Tötung von bis zu 600 Bibern jährlich ermöglichen. Das bedeute eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zur derzeit gültigen Verordnung. „Mit dieser weiteren Eskalation seiner kurzsichtigen Tötungs-Politik entfernt sich das Land immer mehr von einem friedlichen Zusammenleben zwischen Mensch und Wildtier“, erklärte Sarah Stöger, Artenschutzexpertin des WWF Österreich.
Sofortmaßnahmen ohne vorherige Prüfung
Der Entwurf sieht vor, dass bei Gefahr im Verzug rasche Lösungen möglich sein sollen. In existenzbedrohenden Situationen könnten Maßnahmen unmittelbar getroffen werden. Nach der aktuellen Regelung muss zuvor ein Sachverständiger hinzugezogen werden, wie es im Juli aus dem Büro von Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) hieß. Dort wurde betont, dass die Tötung „Ultima Ratio“ bleibe.
Auf Grundlage der geplanten Regelung soll erst im Nachhinein geklärt werden, ob bei den Maßnahmen der rechtliche Rahmen eingehalten wurde. Der WWF sieht darin ein großes Problem: Das Land übertrage die Verantwortung für einen rechtskonformen Umgang mit einer streng geschützten Art auf die Bevölkerung und nehme damit in Kauf, dass Abschüsse völlig unkontrolliert stattfinden. Es liege dadurch ein „Freibrief für Tötungen von hunderten Bibern“ vor.
Quelle: APA
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