„Yellow September“ macht auf Einsamkeit aufmerksam

Der Aktionsmonat „Yellow September“ rückt psychosoziale Gesundheit in den Fokus und verbindet den Welttag der Suizidprävention mit jenem der psychischen Gesundheit. Heuer lautet das Motto „Gemeinsam geht mehr“, so der ORF.
Einsamkeit bedeutet nicht nur, allein zu sein. Häufig erschweren Lebensumstände wie Schulwechsel, gesundheitliche Probleme oder finanzielle Nöte den Zugang zu Beziehungen und Unterstützung. Deshalb seien niederschwellige und gut zugängliche Angebote besonders wichtig.
Die Initiative „Yellow September“ soll psychosoziale Gesundheit sichtbarer machen und Hilfsangebote bekannter machen. Zudem will sie zur Entstigmatisierung beitragen. Der Aktionsmonat verbindet den 10. September, den Welttag der Suizidprävention, mit dem 10. Oktober, dem Welttag der psychischen Gesundheit. Gelb steht dabei als Farbe der Suizidprävention.
Seelischer Leidensdruck mit körperlichen Folgen
Einsamkeit sei nicht grundsätzlich negativ, erklärt Gabriele Gruber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Gesundheit Österreich. Nach stressigen Phasen könne sie sogar erwünscht sein und der Erholung dienen. Häufig verursache Einsamkeit jedoch großen seelischen Leidensdruck, der auch körperliche Folgen nach sich ziehe.
„Einsamkeit ist dann ein Gefühl, das mit Schmerz einhergehen kann, wenn die Qualität der Beziehungen nicht zu dem passt, was ich mir vorstelle für meine psychosoziale Gesundheit“, so Gruber.
Auch Jugendliche betroffen
Am Aktionsmonat beteiligen sich verschiedene Institutionen mit Unterstützungs- und Beratungsangeboten. Dazu zählt die Boje in Tulln, ein Ambulatorium für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen. Denn nicht nur ältere Menschen, auch junge Menschen kämpfen mit Einsamkeit.
Johanna Hofkirchner, ärztliche Leiterin bei Boje Tulln, berichtet: „Gerade bei Jugendlichen würde man meinen, sie sind jeden Tag unter sich in der Schule und haben Kontakte. Aber wir erleben sehr oft, dass sie sich eben doch zurückziehen und nicht wissen, wohin mit ihren Gefühlen.“
Warnsignale erkennen
Katharina Mares-Schrank, psychotherapeutische Leiterin, nennt Anzeichen dafür, dass Jugendliche Hilfe benötigen: Wenn eine Sprachlosigkeit entstehe und man mit den Jugendlichen gar nicht mehr in Kontakt kommen könne, auch nicht über Kleinigkeiten. Das zeige sich etwa darin, dass Teenager nicht mehr aus ihrem Zimmer kämen, keine Freizeitinteressen mehr hätten und keine Treffen mit Freunden mehr stattfänden.
Auch ein vollständiger Rückzug ins Internet und in soziale Medien könne ein Hinweis auf Einsamkeit bei Jugendlichen sein. Hilfreich könne etwa eine Gruppentherapie sein, in der Jugendliche Gleichgesinnte treffen und sich mit ihnen austauschen können.
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