Zahl der Erwerbstätigen über 65 hat sich verdreifacht

In Österreich arbeiten mittlerweile mehr als dreimal so viele Menschen ab 65 Jahren wie noch zur Jahrtausendwende. 2025 waren es 100.800 Personen, im Jahr 2000 noch 32.000, so der ORF.
Die Zahlen der Statistik Austria zeigen einen deutlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit im Pensionsalter. Während um die Jahrtausendwende österreichweit 32.000 Menschen ab 65 Jahren berufstätig waren, lag die Zahl zuletzt bei 100.800.
In Oberösterreich gingen 16.100 Personen über 65 einer Erwerbstätigkeit nach. Nur Niederösterreich mit 20.200 und Wien mit 19.900 Erwerbstätigen verzeichneten höhere Zahlen.
Auch über 70-Jährige bleiben im Beruf
Im Juni 2026 waren in Oberösterreich rund 6.800 Menschen auch nach ihrem 70. Geburtstag noch berufstätig. Zehn Jahre zuvor, im Juni 2016, waren es noch 3.800 gewesen. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) sind mittlerweile sogar fast 80-Jährige vorgemerkt.
„Wir bemerken, dass die Personengruppe, die über 65 Jahre alt ist und arbeiten möchte oder auch muss, stetig steigt“, erklärt Bernhard Moser-Grünauer vom AMS Oberösterreich.
Freude am Beruf und finanzielle Gründe
Die Motive für eine Erwerbstätigkeit im Pensionsalter sind unterschiedlich. „Das hat unterschiedliche Gründe, unter anderem eine Aufbesserung der Finanzen, aber viele Menschen möchten arbeiten, weil sie darin einen Sinn sehen, die Arbeit gerne machen oder Teil der Gesellschaft sein möchten“, so Moser-Grünauer. Immer öfter komme es aber auch vor, dass zu wenig Versicherungszeiten erwirtschaftet wurden.
Die 84-jährige Friseurmeisterin Herta Feischl aus Linz betreibt gemeinsam mit einem ihrer Söhne sechs Salons und geht nach wie vor jeden Tag in die Arbeit. „Ich arbeite, weil es mir Spaß macht, weil ich Erfüllung darin finde und meine Kunden liebe“, begründet Feischl ihre Entscheidung.
Der 74-jährige Optiker Ernst Gasselseder aus Vorderweißenbach (Bezirk Urfahr-Umgebung) besucht sein Geschäft in der Linzer Innenstadt im Schnitt noch einmal pro Woche. Nach der Pensionierung blieb er jahrelang geringfügig beschäftigt, heute betreut er langjährige Stammkunden unentgeltlich. „Ich habe immer eine Freude gehabt mit meinem Beruf, weil ich viele Leute kennengelernt habe. Und das ist etwas, das mir abgehen würde“, so Gasselseder. Wirtschafts- und Arbeiterkammer gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt.