Zehetner wirbt in Griechenland um Arbeitskräfte

Pia ProdingerPia Prodinger
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Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner traf am Sonntag in Salzburg die griechische Tourismusministerin, um über die Rekrutierung von Personal für die heimische Branche zu sprechen. Die Gewerkschaft vida kritisiert, dass 250.000 Beschäftigte weiter auf Antworten warten.

Die Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner hat am Sonntag in Salzburg mit der griechischen Tourismusministerin Olga Kefalogianni über die Anwerbung von Arbeitskräften für den österreichischen Tourismus gesprochen. Während die Staatssekretärin neue Wege zur Personalgewinnung im Ausland sucht, harren bis zu 250.000 Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie auf Antworten zu ihrer Situation.

Die Gewerkschaft vida hatte Zehetner bereits vor drei Wochen einen umfangreichen Fragenkatalog zur Lage und Perspektive des heimischen Tourismus sowie seiner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zukommen lassen. Eine Stellungnahme steht noch aus.

Kritik an fehlenden Antworten

„Frau Zehetner spricht davon, Bewerberinnen und Bewerber aus Griechenland und Zypern schneller und unbürokratischer mit österreichischen Betrieben zusammenzubringen. Gleichzeitig bleibt sie den Beschäftigten in Österreich Antworten auf zentrale Fragen schuldig“, erklärt Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida und vida-KV-Verhandlungsleiterin. Wer neue Brücken nach Griechenland bauen wolle, dürfe die angekündigte Brücke zu den Beschäftigten in Österreich nicht unvollendet stehen lassen.

43 Fragen an die Staatssekretärin

Nach dem einseitigen Abbruch der Kollektivvertragsverhandlungen durch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hatte sich Zehetner als Vermittlerin zwischen den Sozialpartnern ins Spiel gebracht. Bei einem Treffen mit der Gewerkschaft übergab die vida einen Katalog mit 43 Fragen. Diese behandeln unter anderem die Verhinderung von Lohndumping und Ausbeutung, die hohe Personalfluktuation, den Einsatz öffentlicher Fördermittel, das saisonale „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS sowie die Anwerbung von Arbeitskräften aus anderen Ländern.

„Die Staatssekretärin muss erklären, wie sie Menschen, die aus anderen EU-Staaten oder Drittstaaten angeworben werden, vor Lohndruck und schlechten Arbeitsbedingungen schützen will“, fordert Eberhart. Zudem müsse geklärt werden, wie Arbeitsuchende in Österreich vor Ausbeutung geschützt würden. Das Staatssekretariat habe als Treiber beim Arbeitskräftezuzug, als Fördergeber und als Hüter der Gewerbeordnung klare Hebel in der Hand.

60 Prozent ausländische Beschäftigte

Der Anteil ausländischer Beschäftigter im Tourismus liegt bereits bei rund 60 Prozent. Dennoch setzt die Bundesregierung weiter auf internationale Anwerbung. Der Chinesische Koch ist immer noch Importschlager Nummer eins.

„Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss die Arbeitsplätze im Inland attraktiver machen“, betont Eberhart. Die Beschäftigten bräuchten keine neuen Rekrutierungskampagnen, sondern Löhne, von denen sie leben könnten, planbare Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, unter denen sie langfristig im Tourismus bleiben wollten und sich ein Leben in der Pension auch noch leisten könnten.

Quelle: OTS

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