Zehn Forschungsinstitute gründen SYNAPSE Austria

Zehn österreichische Life-Science-Einrichtungen haben eine gemeinsame Plattform präsentiert. SYNAPSE Austria soll Forschungsergebnisse schneller in Medikamente, Medizintechnologien und Unternehmensgründungen überführen.
Zu den Gründungspartnern zählen die Medizinische Universität Wien, CeMM, IMBA, IMP, ISTA und XISTA, die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, die TU Wien, die BOKU, die Universität Wien sowie die Veterinärmedizinische Universität Wien. Die Plattform bündelt künftig Fachwissen, Infrastruktur und externe Netzwerke, die bisher auf die einzelnen Institutionen verteilt waren.
Das zentrale Büro wird noch vor Ende 2026 an der MedUni Wien seinen Betrieb aufnehmen. Es soll als Anlaufstelle für Risikokapitalgeber und institutionelle Investoren fungieren, um Investitionsmöglichkeiten bei den Partnern zu identifizieren.
Vier Schwerpunkte der Plattform
SYNAPSE Austria konzentriert sich auf die Vernetzung von Fachwissen und Einrichtungen, damit Forscher über ihre eigene Institution hinaus relevante Kompetenzen und Infrastruktur finden können. Projekte werden gemeinsam auf ihr translationales Potenzial bewertet – mit Unterstützung eines Netzwerks aus Mentoren, Beratern und „Entrepreneurs-in-Residence“.
Weiters koordiniert die Plattform die Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen und Investoren über eine zentrale Anlaufstelle. Zudem soll der Zugang zu Finanzierungen für translationale Projekte ausgebaut werden, in Kooperation mit Förderorganisationen und anderen Partnern.
Ein eigener Direktor wird die Plattform leiten. Die Initiative ergänzt die bestehenden Technologietransferstellen der Partner, ersetzt sie aber nicht.
Aufbau auf starker Forschungsbasis
Die Region Wien verfügt über mehr als 750 Life-Science-Organisationen, die über 49.000 Menschen beschäftigen und einen Umsatz von 22,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Laut dem Vienna Life Science Report 2024/2025 entstanden rund 8.800 wissenschaftliche Publikationen an den Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Stadt. Mehr als 34.000 Studierende sind im Bereich Life Sciences eingeschrieben.
Zentren wie das Vienna BioCenter, der medizinische Campus rund um die Medizinische Universität Wien und das ISTA in Klosterneuburg ziehen internationale Spitzenforscher an. Die Plattform baut auch auf Erfahrungen mit institutionenübergreifenden Aktivitäten wie dem xbio-Unternehmerausbildungsprogramm auf.
Stärken bündeln für kritische Masse
Markus Wanko, Geschäftsführer von XISTA, betonte: „Österreich verfügt über die wissenschaftliche Stärke, um die nächste Generation von Life-Science-Unternehmen aufzubauen. SYNAPSE Austria wird dazu beitragen, dieses Potenzial in Chancen umzuwandeln, die Unternehmer, Industrie und Investoren nutzen können, und vielversprechenden Entdeckungen einen klareren Weg zur Entwicklung und letztlich zum Nutzen der Patienten ebnen.“
Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien, erklärte: „SYNAPSE Austria vereint wissenschaftliche Exzellenz, klinisches Fachwissen und das gemeinsame Bestreben von zehn Forschungseinrichtungen. Indem wir diese Stärken bündeln, können wir vielversprechenden Entdeckungen helfen, die nächsten Schritte in Richtung neuer Therapien und medizinischer Technologien zu gehen – mit dem obersten Ziel, das Leben der Patient:innen zu verbessern.“
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