Zehn Jahre Haft nach Messerattacke auf Ehefrau

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein 67-Jähriger aus Niederösterreich wurde am Dienstag in Wiener Neustadt zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte seiner Frau nach einem gescheiterten gemeinsamen Suizidversuch in Kottingbrunn mit einem Messer in den Bauch gestochen.

Das Landesgericht Wiener Neustadt verurteilte den Mann wegen versuchten Mordes und versuchter Mitwirkung an der Selbsttötung. Der Angeklagte, vertreten von Nikolaus Rast, bekannte sich vor den Geschworenen nicht schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 67-Jährige hatte 2025 wegen Untreue und betrügerischer Krida eine dreijährige unbedingte Haftstrafe erhalten, seine Frau war ebenfalls verurteilt worden. Heuer stand der Strafantritt bevor. Laut Anklage sahen sich die beiden als Justizopfer und planten einen gemeinsamen Suizid. In E-Mails an mehrere Empfänger informierten sie über ihre Absicht – die Nachrichten sollten zeitverzögert verschickt werden, um eine Rettung zu verhindern.

Messerangriff nach gescheitertem Suizid

Am Abend des 1. Februar 2026 tranken beide einen vom Mann zusammengestellten Medikamentencocktail. Die 66-Jährige schlief ein, doch der Mann erwachte am nächsten Tag. Als er feststellte, dass seine Partnerin ebenfalls noch lebte, stach er ihr laut Anklage zweimal mit einem Küchenmesser in den Bauch.

Eine Empfängerin der E-Mail alarmierte die Rettungskräfte. Diese fanden die lebensgefährlich verletzte Frau im Wohnhaus in Kottingbrunn (Bezirk Baden) und brachten sie ins Spital. Der Verdächtige saß mit einer Bauchwunde auf dem Sofa und wurde ebenfalls ins Krankenhaus transportiert. Das Messer stellten die Ermittler in seinem Hemdärmel sicher.

Messerangriff nicht vereinbart

Der geplante Suizid scheiterte mangels ausreichender Medikamentenmenge. Nach Aussage der Frau war die Verwendung eines Messers nicht abgesprochen. Der 67-Jährige verbüßt derzeit die Haftstrafe wegen Untreue und betrügerischer Krida.

Die Verteidigung verzichtete auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Hilfsangebote: Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige finden Unterstützung beim Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums unter www.suizid-praevention.gv.at.

Frauen, die Gewalt erleben, erhalten Hilfe bei der Frauen-Helpline unter 0800-222-555 (www.frauenhelpline.at), beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (www.aoef.at), beim Frauenhaus-Notruf unter 057722, bei den Österreichischen Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217 (www.gewaltschutzzentrum.at) sowie beim Polizei-Notruf 133. In Niederösterreich: NÖ Frauentelefon 0800-800 810.

Quelle: APA

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