Zehn Prozent in Salzburg fahren ohne Sicherheitsgurt

Pia Prodinger
Anschnallen im Auto: Hand schließt Sicherheitsgurt im Fahrzeug.
© Gemeinde Nußdorf / K. Brugger

Seit 50 Jahren gilt in Österreich die Gurtpflicht. Doch eine Zählung des ÖAMTC zeigt: Knapp zehn Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger verzichten weiterhin auf den lebensrettenden Schutz.

Am 15. Juli 1976 trat in Österreich die Gurtpflicht in Kraft – ein Meilenstein für die Verkehrssicherheit, der seither zahlreiche Leben gerettet hat. Eine vom ÖAMTC durchgeführte Erhebung in Salzburg zeigt jedoch: Während sich 90,8 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer anschnallen, fahren knapp zehn Prozent noch immer ohne Gurt.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll betont anlässlich des Jubiläums die Bedeutung der Gurtpflicht: „Die Gurtpflicht war und ist ein historischer Schritt bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit und hat seither unzählige Leben gerettet.“ Dennoch verzichte fast jeder Zehnte auf den lebensrettenden Schutz.

Vision Zero erfordert Eigenverantwortung

Das Anschnallen sollte längst zur Selbstverständlichkeit geworden sein, so Schnöll. „Wir können die Vision Zero nur gemeinsam erreichen. Darum braucht es auch die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen“, unterstreicht er. Wer sich anschnalle, übernehme diese Verantwortung und werde dadurch selbst Teil der Vision Zero.

Jedes dritte Todesopfer war nicht gesichert

Martina Schlegel-Lanz, Landesdirektorin des ÖAMTC Salzburg, verweist auf alarmierende Zahlen: Fast jede beziehungsweise jeder dritte tödlich verunglückte Pkw-Insasse war nicht angeschnallt. In den vergangenen zehn Jahren lag der Anteil der nicht gesicherten Todesopfer zwischen 25 und 35 Prozent. Im Jahr 2025 starben 166 Pkw-Insassen bei Unfällen – 27 Prozent davon waren nicht angeschnallt.

Das Risiko, schwer verletzt zu werden, ist ohne Gurt drei Mal höher: Während zehn Prozent aller angeschnallten Personen bei einem Unfall schwere oder tödliche Verletzungen erleiden, liegt diese Quote bei ungesicherten Insassen bei 32 Prozent. Der Gurt verteilt die Aufprallkräfte gezielt und verhindert, dass der Körper unkontrolliert gegen Lenkrad, Armaturenbrett oder Scheiben prallt.

Airbags ohne Gurt gefährlich

Moderne Sicherheitstechnik wie Airbags und Assistenzsysteme kann ihre volle Wirkung nur in Kombination mit einem angelegten Sicherheitsgurt entfalten. Crashtests belegen: Ohne Gurt können Airbags sogar gefährlich werden, weil der Körper unkontrolliert durch den Innenraum geschleudert wird.

Die Kräfte bei einem Unfall werden oft unterschätzt: Ein Zusammenstoß bei nur 30 km/h entspricht einem Sturz aus vier Metern Höhe. Kein Mensch könne diese Energie mit Armen oder Beinen abfangen – der Gurt sei die einzige realistische Schutzmaßnahme, so der ÖAMTC.

Männer schnallen sich seltener an

Eine österreichweite Erhebung des ÖAMTC zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Frauen eine Anschnallquote von 96 Prozent aufweisen, liegt jene der Männer bei nur 91,8 Prozent. Besonders Männer zwischen 25 und 34 Jahren sowie zwischen 55 und 64 Jahren zeigen wenig Gefahrenbewusstsein – unter ihnen ist auch der Anteil der Todesopfer ohne Gurt mit jeweils rund 40 Prozent besonders hoch.

Der gemeinsame Appell von Land Salzburg und ÖAMTC lautet: „Egal ob kurze oder lange Strecke, der Griff zum Gurt sollte so selbstverständlich sein wie das Starten des Fahrzeuges – ohne geht es nicht.“

Quelle: https://www.nussdorf.at/10_Prozent_der_Salzburgerinnen_und_Salzburger_fahren_immer_noch_ohne_Gurt

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