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Zivildienst-Regelung sorgt für geteilte Meinungen

Mathias FischerMathias Fischer
Risse in Mauer mit Pflaster, Uhr und Waage mit Gewichten und Beschriftungen: Ressourcen und Anforderungen.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Entscheidung, den Zivildienst vorerst nicht verpflichtend zu verlängern, stößt bei Hilfsorganisationen auf unterschiedliche Reaktionen. Während manche die freiwillige Verlängerungsoption begrüßen, kritisieren andere die Regelung als unzureichend, so der ORF.

Der Samariterbund zeigt sich skeptisch gegenüber der neuen Regelung. Eine verpflichtende Verlängerung auf zwölf Monate hätte nach Ansicht der Organisation mehr Kapazitäten gebracht und die Personalplanung verlässlicher gemacht. „Wartezeiten von bis zu vier Stunden auf einen Krankentransport sind längst keine Ausnahme mehr. Angesichts der deutlich gestiegenen Herausforderungen ist eine bloß freiwillige Verlängerung des Zivildienstes eindeutig zu wenig“, erklärte Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller.

Rotes Kreuz und Lebenshilfe sehen Vorteile

Das Rote Kreuz Niederösterreich bewertet den Beschluss hingegen positiv. Der aktuelle Beschluss stärke die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und biete Flexibilität für künftige Entwicklungen, betonte Präsident Hans Ebner. Der Zivildienst müsse eine attraktive Alternative für junge Männer bleiben. Viele würden auch nach ihrem Dienst als Freiwillige aktiv bleiben, hieß es in der Stellungnahme.

Die Lebenshilfe sieht eine mögliche Verlängerung ebenfalls grundsätzlich positiv. Diese sei durchaus sinnvoll und ermögliche mehr Zeit für die Einarbeitung, so Generalsekretär Philippe Narval. Gerade in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen seien Zivildiener unverzichtbar. Viele würden nach ihrem Dienst im Sozialbereich bleiben. Eine freiwillige Verlängerung könnte zudem für zusätzliche Qualifizierungen genutzt werden.

Volkshilfe warnt vor Personallücken-Ersatz

Auch die Volkshilfe kann der Regelung etwas abgewinnen. Gleichzeitig warnte die Organisation davor, den Zivildienst als Ersatz für fehlendes Personal in sozialen Diensten zu sehen. Nötig seien vielmehr gezielte Investitionen in den Sozialbereich, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der Zivildienst dürfe „nicht als Pflaster für die Risse in der zunehmend prekären Ausfinanzierung sozialer Dienstleistungen herhalten“, sagte Geschäftsleitungsmitglied Judith Ranftler.

Die Diakonie begrüßt, dass Wehrdienst und Zivildienst vorerst gleich lang bleiben. Sollte die jetzt optionale Verlängerung des Zivildiensts um zwei Monate verpflichtend werden, würde das die problematische Ungleichbehandlung von Zivildienern und Wehrdienern fortschreiben, teilte Direktorin Maria Katharina Moser mit. Wichtig sei außerdem, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr weiterhin auf den Zivildienst angerechnet werden könne.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3364635/

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