Zucker in Fertigprodukten: Expertin warnt vor Gesundheitsrisiko

Versteckter Zucker in Fertigprodukten wie Energydrinks, Ketchup oder Cornflakes wird zum Gesundheitsproblem. Eine Grazer Ernährungswissenschaftlerin fordert mehr Forschung, bevor Verbote eingeführt werden, so der ORF.
In zahlreichen Fertigprodukten steckt deutlich mehr Zucker als Konsumenten vermuten. Betroffen sind unter anderem Energydrinks, Ketchup, Trinkjoghurt, Cornflakes, Instant Cappuccino und Industriebrot. Sandra Holasek, Ernährungswissenschaftlerin und Lebensmittelforscherin an der Medizin-Uni Graz, übt scharfe Kritik an der Industrie. Besonders Fertigprodukte seien problematisch, da immer mehr Artikel auf lange Haltbarkeit ausgelegt würden.
Kantinen als positives Beispiel
In den steirischen Kantinen habe sich die Situation hingegen verbessert, erklärt Holasek. Dort existierten mittlerweile präzise Richtlinien, an die sich Betreiber halten müssten. Das übergeordnete Ziel sei es, Übergewicht in der Bevölkerung zu verringern, die Gesundheit zu fördern und dadurch das Gesundheitssystem zu entlasten.
Zuckersteuer in 54 Ländern weltweit
Weltweit haben bereits rund 54 Länder eine Zuckersteuer eingeführt, etwa auf Softdrinks. Studien belegen, dass solche Maßnahmen in Großbritannien, Frankreich oder Ungarn Wirkung zeigen.
In Österreich existiert ein solches Verbot bislang nicht. Holasek spricht sich gegen vorschnelle Maßnahmen aus. Vor der Einführung von Steuern oder Verboten brauche es noch mehr Forschung. Man müsse sorgfältig abwägen, um nicht mehr Verwirrung als positive Effekte zu erzeugen.
Grundsätzlich gelte auch bei Zucker: Die Dosis mache das Gift. Der Wunsch nach Süßem sei beim Menschen evolutionsbedingt verankert. Früher signalisierte süßer Geschmack, dass etwas nicht giftig war – ein über Jahrtausende antrainiertes Verhaltensmuster.
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