Zverev erstmals Nummer eins der Tennis-Weltrangliste

Alexander Zverev ist der erste deutsche Tennisspieler seit Boris Becker 1991, der an die Spitze der Weltrangliste klettert. Nach seinem Achtelfinal-Sieg in Wien steht der 29-Jährige ab Montag offiziell auf Platz eins.
Mit dem 6:4, 7:5 gegen den Niederländer Tallon Griekspoor im Achtelfinale von Wien machte Alexander Zverev am Donnerstag den Sprung an die Spitze perfekt. Ab Montag führt er die Weltrangliste an – als zweiter deutscher Tennisprofi nach Boris Becker vor 35 Jahren. Bei den Frauen gelang dies nur Steffi Graf und Angelique Kerber.
„Das ist eines der besten Gefühle auf der Welt“, sagte der Hamburger neben einer großen weißen Eins stehend. Der 64. Saisonsieg auf der ATP-Tour brachte ihm die Krönung. Er löst den Italiener Jannik Sinner ab, der seine Saison wegen einer Knieverletzung beenden musste und seit seinem Wimbledon-Triumph im Juli nicht mehr gespielt hat.
Rückschläge überwunden
An die schweren Momente seiner Laufbahn dachte Zverev im Augenblick des Triumphs zurück. „Ich habe etliche Grand-Slam-Finals verloren, die schwere Verletzung 2022“, sagte er. „Aber ich habe immer doch dran geglaubt und weitergemacht.“ Schon vor vier Jahren war er bei den French Open nah dran, verletzte sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal aber schwer am Fuß.
Um 20.20 Uhr in der Wiener Stadthalle war es dann geschafft. Zverev holte sein gesamtes Team zum Gruppenfoto auf den Platz. Vater Alexander Senior und Freundin Sophia Thomalla waren dabei – ihr dankte er mit einem Handkuss auf wienerische Art. „Ohne all die Leute hätte ich es nicht geschafft“, betonte er. Nur Mutter Irina fehlte, sie ist derzeit mit den Enkelkindern in der Tennis Academy von Nadal auf Mallorca.
Noch nicht am Ziel
Trotz der Erfüllung großer Träume – French Open, US Open und Weltranglistenspitze in einem Jahr – denkt Zverev nicht ans Aufhören. In den kommenden Wochen stehen das Masters-1000-Turnier in Paris, die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde in Bologna an. Vor allem der Mannschaftswettbewerb liegt ihm am Herzen. „Ich habe das Gefühl, dass sich das Zeitfenster für uns ein bisschen schließt“, sagte er mit Blick auf die Altersstruktur im deutschen Team.
Danach geht es wie jedes Jahr auf die Malediven. Doch lange Erholung ist nicht geplant: „Ich mache zehn Tage frei und dann beginnt die Vorbereitung auf das neue Jahr.“ Denn Zverev will nicht nur kurz an der Spitze stehen, sondern auch dann der Beste sein, wenn Sinner und Carlos Alcaraz wieder fit sind.
Fitness als Erfolgsfaktor
Kritik, er sei nur wegen der Verletzungen von Sinner und Alcaraz Nummer eins geworden, weist Zverev zurück. „Fitness und fit sein ist ein großer Teil von Sport“, betonte er.
Da Sinner heuer nicht mehr antritt, kann Zverev seinen Vorsprung ausbauen. Die 13 Wochen, die Becker 1991 mit Unterbrechung an der Spitze stand, dürfte er übertreffen. „Dann hat sich ja der Sieg gelohnt“, scherzte Zverev in Richtung des dreimaligen Wimbledonsiegers, der ihm nun über soziale Medien gratulierte.
Quelle: dpa
Worüber spricht Rudolfsheim-Fünfhaus morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.