Zwei Justizwachebeamte in Stein schwer verletzt

Mathias FischerMathias Fischer
Gitter vor Fenstern an einem hellen Gebäude mit Ziegeldach und einem Torbogen.
© VN Paulitsch

In der Justizanstalt Stein sind am Freitagvormittag zwei Justizwachebeamte von einem Häftling attackiert und schwer verletzt worden. Einer der Beamten wird im Spital behandelt, der zweite konnte nach der Erstversorgung nach Hause entlassen werden.

Ein Insasse der Justizanstalt Stein hat am Freitagvormittag zwei Justizwachebeamte angegriffen und schwer verletzt. Einer der beiden Betroffenen befindet sich in Spitalsbehandlung, der zweite konnte nach medizinischer Erstversorgung in häusliche Pflege entlassen werden. Der niederösterreichische Justizwachegewerkschafter Wolfgang Graf, der selbst in der Justizanstalt Stein arbeitet, bestätigte den Vorfall am Freitag gegenüber der APA.

Der 23-jährige Russe ist erst seit kurzem in der Justizanstalt Stein untergebracht. Er wurde aus der Justizanstalt Innsbruck nach Niederösterreich verlegt, nachdem es in Tirol Probleme mit dem Häftling gegeben haben soll. Der als besonders gefährlich eingestufte Mann war zunächst im Normalvollzug untergebracht. Nach einem ersten gewalttätigen Angriff auf eine Beamtin wurde er in der Vorwoche auf die Sicherheitsabteilung verlegt.

Faustschlag ohne Vorwarnung

Am Freitagvormittag kam es in der Sicherheitsabteilung zur nächsten Gewalttat. „Der Insasse hat dem Kollegen ohne ersichtlichen Grund und ohne Vorankündigung einen Faustschlag ins Gesicht versetzt“, schilderte Graf im APA-Gespräch. Der im Gesichtsbereich schwer verletzte Beamte – es besteht der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch – erhielt Unterstützung von sechs Beamten der spezialisierten Justizwache Einsatzgruppe (JEG).

Um den renitenten Häftling unter Kontrolle zu bringen, musste ein Taser eingesetzt werden. Bei dem Einsatz wurde ein zweiter Beamter verletzt. Er musste mit einer schweren Rippenprellung seinen Dienst abbrechen.

Gewerkschaft kritisiert Personalmangel

Justizwachegewerkschafter Graf sieht in dem Zwischenfall „die Konsequenz aus der Personalpolitik“. In der Justizanstalt Stein seien die Planstellen nur zu 84 Prozent besetzt. In der Haupturlaubszeit im Sommer mache sich der Personalmangel besonders bemerkbar. Die Engpässe seien speziell an den Wochenenden und zu den Randdienstzeiten spürbar.

„Wenn man das System zu Tode spart, wird das auf dem Rücken der Beamtinnen und Beamten ausgetragen, die täglich ihren Dienst versehen“, stellte Graf fest. Der Gewerkschafter forderte rasch mehr Personal für die Justizwache, die an ihren Belastungsgrenzen angelangt sei: „Wenn wir von Haus aus zu wenig Leute sind, lässt sich das System nicht aufrecht erhalten.“

Quelle: APA

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