Zwillingskälber pflegen Landschaft am Neusiedler See

Mathias FischerMathias Fischer
Zwei Kühe auf einer Wiese mit einem Murmeltier und zwei Vögeln an einem Teich
© Mit KI (Gemini) generiert

Zwei Rinder, die als Kälber mit der Flasche aufgezogen wurden, helfen nun im Neusiedler See-Gebiet beim Erhalt bedrohter Arten. Ferdinand und Pauline beweiden in Apetlon Flächen und schaffen so Lebensraum für seltene Vögel und Pflanzen.

Die beiden jungen Rinder Ferdinand und Pauline haben im Gebiet des Neusiedler Sees eine neue Aufgabe gefunden. Die Zwillinge mussten nach der Geburt mit der Flasche aufgezogen werden – besonders Ferdinand hatte einen schweren Start ins Leben. Nun tragen sie als Weidetiere zum Schutz der sensiblen Landschaft bei.

In Apetlon halten die beiden Rinder durch ihre Beweidung die Vegetation niedrig. Dadurch entstehen offene Bodenstellen und unterschiedlich hohe Grasbestände, die als Lebensraum für gefährdete Arten dienen. Ziesel, Kiebitze und Uferschnepfen sowie weitere seltene Bodenbrüter profitieren von diesen Strukturen. Auch bedrohte Pflanzen wie bestimmte Orchideen und Insekten finden hier geeignete Bedingungen.

Ohne regelmäßige Beweidung würde die Landschaft verbuschen. Schilf und Gehölze würden die offenen Wiesen- und Lackenflächen überwuchern, was negative Folgen für die Artenvielfalt hätte.

„Ferdinand und Pauline zeigen auf wunderschöne Weise, wie Tierschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Diese beiden Tiere, denen das Leben geschenkt wurde, schenken nun selbst Leben – indem sie den Lebensraum für Arten erhalten, die sonst verschwinden würden“, erklärt Stephan Scheidl, Leiter des Tierschutzhauses von Tierschutz Austria in Vösendorf.

Die extensive Beweidung durch Rinder gilt im Neusiedler See-Gebiet mittlerweile als unverzichtbare Maßnahme. Sie schafft die kleinteilige Struktur, die viele spezialisierte Arten zum Überleben benötigen. Was für die Tiere natürliches Verhalten ist, wird für die Natur zur wichtigen Unterstützung.

Quelle: OTS

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