Zwölf Bürgermeister fordern NEF-Lösung im Dreiländereck

Mona HopfingerMona Hopfinger
Dreiländereck: Notfallhilfe über Grenzen hinweg mit Rettungswagen und Menschengruppe
© Mit KI (Gemini) generiert

Gemeinden aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark verlangen eine länderübergreifende Planung der Notarztversorgung. Bei einer Bürgerversammlung in Hollenstein an der Ybbs machten sie deutlich: Der Erhalt des NEF-Stützpunktes betrifft die gesamte Region.

Wie die notärztliche Erstversorgung im ländlichen Raum langfristig gesichert werden kann, war Thema einer gut besuchten Bürgerversammlung am 27. Oktober 2026 in Hollenstein an der Ybbs. Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer hatte eingeladen, Nationalratsabgeordneter Alois Schroll berichtete über geplante NEF-Schließungen und die angekündigte Neu-Evaluierung durch Landesrätin Eva Prischl.

Versorgung endet nicht an Landesgrenzen

Der Abend zeigte: Die Zukunft des NEF-Stützpunktes im Dreiländereck ist weit über die Grenzen eines einzelnen Bundeslandes hinaus relevant. Gemeinden von Eisenerz, Radmer, Landl, Wildalpen, Admont, St. Gallen, Altenmarkt, Weyer, Großraming, Gaflenz, Hollenstein und Göstling fordern, die Versorgungssicherheit länderübergreifend zu betrachten und gemeinsam zu planen.

„Gerade in einer weitläufigen Region wie dem Ybbstal und dem angrenzenden alpinen Raum zählt im Notfall jede Minute“, betonte Alois Schroll. Die Menschen müssten auch künftig auf rasche und verlässliche notärztliche Versorgung vertrauen können.

Manuela Zebenholzer, Leopold Buchriegler und Wolfgang Jauk forderten eine regional abgestimmte Vorgehensweise: „Wer Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung trifft, muss auch die Menschen und Gemeinden vor Ort einbeziehen“, so die drei Ortschefs. Sie kennen die Gegebenheiten ihrer Region und wissen um die Auswirkungen längerer Anfahrtszeiten. Nötig sei ein offener Dialog auf Augenhöhe und eine länderübergreifende Planung.

Oberösterreich und Steiermark betroffen

Bürgermeister Leopold Buchriegler aus Weyer (Oberösterreich) und Vizebürgermeister Wolfgang Jauk aus Altenmarkt (Steiermark) schilderten die Sorgen ihrer Gemeinden. Beide machten deutlich, wie unmittelbar die geplanten Veränderungen auch die Nachbarregionen treffen würden – vor allem durch längere Anfahrtszeiten.

Im alpinen Raum ist neben der Flugrettung eine verlässliche bodengebundene Notarztversorgung entscheidend. Deshalb haben sich insgesamt zwölf Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zusammengeschlossen und in einem gemeinsamen Schreiben an die zuständigen Landesräte der drei Bundesländer konkrete Forderungen gerichtet.

Vier zentrale Forderungen

Die Ortschefs verlangen eine gemeinsame Versorgungsplanung über Landesgrenzen hinweg mit verbindlich geregelten Verantwortlichkeiten. Die bodengebundene Notarztversorgung müsse im alpinen Raum des Dreiländerecks gewährleistet bleiben. Maßgeblich für Entscheidungen müssten Sicherheit und bestmögliche medizinische Versorgung sein. Zudem fordern sie die verbindliche Einbindung von Gemeinden und Einsatzorganisationen bei der Planung.

Damit setzen die zwölf Bürgermeister ein Zeichen: Standortentscheidungen dürfen nicht isoliert getroffen werden, sondern müssen die Auswirkungen auf die gesamte betroffene Region berücksichtigen.

Bevölkerung will mitreden

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung, um Fragen zu stellen und persönliche Erfahrungen einzubringen. Das Interesse und die rege Diskussion machten deutlich, welchen Stellenwert eine rasche notärztliche Versorgung für die Bevölkerung hat.

Für Manuela Zebenholzer und Alois Schroll steht fest, die Anliegen der Bevölkerung und die Erfahrungen der betroffenen Gemeinden bei allen weiteren Entscheidungen zu berücksichtigen. Ziel ist eine langfristig tragfähige Lösung für die Notfallversorgung im gesamten Dreiländereck – gemeinsam mit den drei Bundesländern, den Gemeinden, den Einsatzorganisationen und den zuständigen Entscheidungsträgern.

„Eine gute Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gelingt nur, wenn Entscheidungen im Dialog mit den betroffenen Regionen getroffen werden“, betonten Zebenholzer und Schroll. Gerade bei der Notfallversorgung müsse man über Landesgrenzen hinweg denken und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Quelle: https://www.weyer.eu/Notfallversorgung_im_Dreilaendereck

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