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Europas Leitbörsen zur Eröffnung einheitlich im Plus

Europas Leitbörsen zur Eröffnung einheitlich im Plus
Unterstützt von Kursgewinnen der zuletzt arg gebeutelten Finanzwerte haben die europäischen Aktienbörsen am Donnerstag zunächst zugelegt.

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Allerdings fiel das Plus auf breiter Front weniger stark aus als die Verluste vom Vortag. Der DAX zog im frühen Geschäft um drei Prozent auf 5.780 Punkte an, der französische Leitindex gewann 2,4 Prozent – am Mittwoch hatten sie je rund fünf Prozent verloren. Der Stoxx50 und EuroStoxx kletterten um bis zu 2,5 Prozent. Der Wiener Leitindex ATX erholte sich um 2,44 Prozent auf 2.144,60 Zähler.

“Wir sind zurück in der Welt von 2008”, spielte ein Börsianer auf die Finanzkrise um die Pleite des US-Investmenthauses Lehman Brothers an. “Es gibt ein giftiges Cocktail aus Nachrichten und Gerüchten.” Händler kritisierten auch die enorme Schnelligkeit der zudem ungewöhnlich starken Kursbewegungen. “Einmal mehr zeigt sich, dass ein Großteil der Kursbewegungen maßgeblich vom sogenannten “Algorithmic Trades” (automatischer Handel) beeinflusst wird, was diese enormen Kursschwankungen nach sich zieht”, erklärte Helaba-Aktienstratege Christian Schmidt.

Gerüchte über Finanzprobleme belasten die Börsen

Gerüchte, die später dementiert wurden, hatten am Mittwoch vor allem den französischen Banken – allen voran der Societe Generale – zu schaffen gemacht. Nachdem SocGen-Chef Frederic Oudea die Gerüchte über angebliche Finanzprobleme als “absoluten Müll” verworfen hatte, zogen die Aktien der Bank am Donnerstag um 7,3 Prozent auf 23,79 Euro an. Am Vortag waren sie zeitweise um über 20 Prozent abgestürzt. Die SocGen rief die Börsenaufsicht AMF um Hilfe bei der Klärung der Marktgerüchte.

Zu den Gewinnern zählten neben der Societe Generale auch die Aktien der Deutschen Bank, die 1,3 Prozent zulegten. Commerzbank-Papiere verteuerten sich um fünf Prozent. Die Titel der italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit – in Deutschland durch die Münchener HypoVereinsbank vertreten – stiegen um drei Prozent.

Nach wie vor keine Entwarnung

Dennoch mochten Händler keine Entwarnung geben. Dafür seien die Gewinne gemessen an den enormen Verlusten zu gering, hieß es. “Die Intensität des Abwärtstrends zeige die Stärke der Pessimisten”, erklärten die Analysten von Close Brothers Seydler Bank. “Die Tatsache, dass Gerüchte so einen starken Einfluss haben, zeigt die hohe Nervosität an den Märkten.”

In Fernost hatten die meisten Börsen am Donnerstag schwächer tendiert. An der asiatischen Leitbörse in Tokio verlor der Nikkei-Index der 225 führenden japanischen Werte 0,6 Prozent auf 8.981 Punkte. Dagegen zog in Shanghai der Composite-Index um 1,3 Prozent an.

An der Wall Street bahnte sich den Index-Future zufolge eine leichte Erholung nach dem Vortagesverlust von rund vier Prozent an. Beruhigend wirkte sich Händlern zufolge auch der überraschend gute Zwischenbericht des US-Netzwerkausrüsters Cisco aus. In Frankfurt zogen die Titel um sieben Prozent an. Auslöser des Kursrutsches an den internationalen Finanzmärkten waren in den vergangenen Wochen neben den diversen Schuldenkrisen auch Konjunkturängste, die durch gute Unternehmensberichte etwas gemindert werden könnten, erklärten Händler.



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