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Intimität pur: Amanda Palmer und Edward Ka-Spel im Porgy & Bess

Ausverkaufte Show von Amanda Palmer und Edward Ka-Spel im Porgy & Bess. Ausverkaufte Show von Amanda Palmer und Edward Ka-Spel im Porgy & Bess. - © APA
Am Freitagabend stellten Amanda Palmer und Edward Ka-Spel im ausverkauften Porgy & Bess ihr Gemeinschaftswerk “I Can Spin A Rainbow” vor.

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Wer Amanda Palmer kennt, der weiß, dass die 41-jährige US-Künstlerin bei ihren Live-Auftritten auch solo ganz schön laut werden kann und – wahlweise vom Klavier oder ihrer Ukulele begleitet – den Raum mehr als ausfüllt. Umso überraschender war die Zurückhaltung, mit der die Sängerin, die mit dem Duo Dresden Dolls bekannt wurde, gemeinsam mit dem Frontman der britisch-niederländischen Band The Legendary Pink Dots und dem Geiger Patrick Q. Wright das Set vorstellte.

Während der 63-jährige Ka-Spel von seinem Laptop aus die psychedelischen Sounds einspielte, die Songs wie “Pulp Fiction” oder “Rainbow’s End” ihren schwirrenden Charakter verleihen, verbrachte Palmer die meiste Zeit hinter ihrem Keyboard und hauchte ihre Passagen hoch konzentriert ins Mikro. Kein Wunder, verlangen diese komplexen Klanggebilde doch äußerste Präzision. Umso trauriger war der katastrophale Sound, der Ka-Spels feine Kompositionen bisweilen klingen ließ, als kämen sie aus der sprichwörtlichen Dose. Vor allem die Bässe bekam man am Mischpult den ganzen Abend über nicht in den Griff.

Amanda Palmer & Edward Ka-Spel gemeinsam in Wien

Das Trio, das auf der Bühne durch die gegenseitige Sympathie sichtbar miteinander verbunden ist, ließ sich jedoch nichts anmerken und machte diese Unschärfen durch intensive Interaktion mit dem Publikum wieder wett, reagierte auf Zwischenrufe und kam aufgrund der zahlreichen während der Show zu Bruch gegangenen Bierflaschen zu dem Schluss, dass Österreich “das Land des vom Himmel fallenden Biers” sein müsse. Amerika und Großbritannien kamen in den Zwischenansagen deutlich schlechter weg. “Als wir das Album vor rund einem Jahr aufgenommen haben, zerbrachen wir uns den Kopf über den Zustand der Welt und die Richtung, in die unsere Länder steuern. Wir dachten, es sei schlimm. Wer hätte gedacht, dass es noch schlimmer werden könnte”, so Palmer in Hinblick auf die Wahl Donald Trumps und die Brexit-Nachwehen. Und so widmete Palmer ihren Song “Mrs. O” dem Thema “Fake News” und fragte ins Publikum: “Gibt es bei euch noch Wahrheit?”

Palmer und Ka-Spel gaben also nicht nur Songs von ihrem Gemeinschaftsalbum – darunter das hoch emotionale Beziehungs-Lied “The Clock At The End Of The Cage”, das Palmer ihrem Ehemann Neil Gaiman widmete – zum Besten, sondern griffen auch auf eigene Songs zurück. Vor der intensiven Performance von “Machete” erzählte Palmer vom Tod ihres besten Freundes, aufgrund dessen der erste Versuch, gemeinsam an dem Album zu arbeiten, abgebrochen und um ein Jahr verschoben werden musste. Und hier zeigte sich auch, dass das Publikum zwar auch Ka-Spels Darbietungen artig zuhörte, aber schlussendlich wegen Palmer hergekommen war. Betont frenetischer Jubel beschloss jeden ihrer Songs. “I Can Spin A Rainbow” ist eben ein herausforderndes Album, das live zwar auch funktioniert, das man aber wohl öfter hören muss, um seine ganze Tiefe zu erfassen.

(APA)



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