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Kraft, Hayböck mit Medaillenchance bei Kulm-WM

Österreichs Team bei der Skiflug-WM am Kulm Österreichs Team bei der Skiflug-WM am Kulm
Auch die fünfte Auflage von Skiflug-Weltmeisterschaften auf dem Kulm soll dem ÖSV eine Einzelmedaille bringen. Kandidaten auf der umgebauten Schanze bei Bad Mitterndorf/Tauplitz sind am Freitag und Samstag (13.00/14.00 Uhr/live ORF eins) Stefan Kraft und Michael Hayböck.

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Live-Stände ab 13 Uhr

Als Topfavoriten gelten nach ihren Bestweiten Peter Prevc (235,5), Anders Fannemel (233) und Titelverteidiger Severin Freund. Offiziell eröffnet wurde die Flug-WM am Donnerstagabend von FIS-Vizepräsident Janez Kocijancic, der den erkrankten Präsidenten Gianfranco Kasper vertrat. An der Feier vor zahlreichen Zuschauern wirkten auch heimische Skisprung-Legenden mit. So trugen Toni Innauer, Ernst Vettori, Martin Koch, Andreas Goldberger, Reinhold Bachler und Armin Kogler die rot-weiß-rote Fahne ins Stadion.

Das in sportlicher Hinsicht vorerst Wichtigste aus dem ÖSV-Lager: Alle vier heimischen “Adler” werden beim WM-Einzelbewerb mit dabei sein. Denn Manuel Poppinger und Manuel Fettner mussten sich im Gegensatz zu Kraft und Hayböck erst qualifizieren und schafften das als Siebenter (191 m) bzw. Neunter (186) der Qualifikation souverän. Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch erlebte hingegen mit 134,5 m einen weiteren Tiefpunkt und schied aus.

Kraft mit gutem Gefühl

Kraft kam nach dem zweiten Vorjahrsrang im Weltcup mit gutem Gefühl zurück ins steirische Salzkammergut. “Ich weiß, dass ich das Fliegen ganz gut beherrsche”, erklärte der 22-Jährige, der im zweiten Trainingssprung bei 216,5 m landete und danach als fix qualifizierter Springer bei schwierigen Bedingungen 211,5 folgen ließ. “Für morgen ist sicher noch was drinnen, ich habe noch Reserven”, meinte der Salzburger.

Sein Zimmerkollege Hayböck bewies, dass ihn der verpatzte Sprung am Sonntag in Willingen nicht aus dem Rhythmus gebracht hat. Der Tournee-Dritte landete gleich den ersten Flug bei 216 m, beim dritten kam er auf 193 m. “Ich fühle mich körperlich topfit, es ist sehr cool, hier zu springen”, erklärte der Oberösterreicher.

Fettner indes gibt sich und Poppinger zwei weitere Tage, um noch besser in Fahrt zu kommen. “Wenn wir ehrlich sind, richtig wichtig wird es für uns im Team”, erklärte der Tiroler, der bei der WM 2013 mit einem Balanceakt und Ausfahrt auf einem Ski Team-Gold für das ÖSV-Quartett gerettet hatte. Am Sonntag geht der Teambewerb in Szene.

Prevc im Training erneut stark

Der Tournee-Gewinner und siebenfache Saisonsieger Prevc brillierte im Training mit 225 und 235,5 m (jeweils 1.) und kam da bis auf zwei Meter an den Schanzenrekord des Deutschen Severin Freund heran. Dass er danach schon bei 188,5 m zu Boden musste, störte den 23-jährigen Slowenen nicht.

Weltrekordler Anders Fannemel kam dem Saisondominator als überlegener Sieger der Qualifikation mit 233 m (vor Ex-Weltrekordler Robert Kranjec/207) am nächsten. “Ich werde mein Bestes versuchen, um Peter anzugreifen. Aber er ist eine Maschine”, sagte der Schützling von Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl. Sein Teamkollege Kenneth Gangnes verpatzte nach gutem Training den dritten Flug (140 m).

Noriaki Kasai macht sich rar

Rar gemacht hat sich am Donnerstag Noriaki Kasai, der Flugweltmeister von 1992 und Kulm-Sieger von 2014. Der 43-Jährige, der als einer von nur zwei Japanern angereist ist, begnügt sich vor dem Wettkampf mit dem Probedurchgang am Freitag.

Freund nahm die Rolle des Titelverteidigers gelassen: “Der ganz gute Flug war noch nicht dabei”, sagte der Bayer, der seinen weitesten Versuch bei 213 m landete. “Wenn’s aufgeht, dann geht’s auf, bei vier Sprüngen kann viel passieren.”

Athleten versuche Sturz von Müller auszubleden

Den schweren Sturz des Vorspringers Lukas Müller, bei dem eine inkomplette Querschnittslähmung diagnostiziert wurde, versuchten die WM-Teilnehmer so gut es geht auszublenden. “Ich wünsche ihm alles Gute, aber ich wollte gar nicht alle Details wissen, bevor ich zum Skifliegen kam”, sagte Freund. Kraft und Hayböck ging der folgenschwere Sturz näher. “Aber man muss versuchen, es auszublenden”, sagte Hayböck. “Das ist echt grausig”, meinte Kraft.



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