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Lindsey Vonn erlitt bei Sturz Haarriss im Knie

Lindsey Vonn droht das Saisonende Lindsey Vonn droht das Saisonende
Lindsey Vonn hat bei ihrem Sturz im von schwerem Schneefall beeinträchtigten Super-G in Andorra einen Haarriss am linken Knie erlitten. Das gab Vonn am Samstagabend bekannt. Trotz weiterer nötiger Untersuchungen überlegt Vonn ein Antreten in der Kombination am Sonntag. Mit Federica Brignone (ITA) brachte der Super-G eine Überraschungssiegerin. Tamara Tippler rettete als Dritte die ÖSV-Ehre.

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Beim Weltcup-Comeback von Soldeu-El Tarter wurde der für 10.30 Uhr geplant gewesene Super-G wie befürchtet wegen nächtlichen Schneefalls stark verkürzt aber auch gleich um drei Stunden verschoben. Damit verpasste man auch das beste Wetter-Fenster. Denn nach stundenlangen Top-Bedingungen setzte unmittelbar nach dem Rennstart um 13.30 Uhr erneut immer heftiger werdender Schneefall ein. Während Läuferinnen mit niedrigen Startnummern davon profitierten, war die Top-Gruppe chancenlos.

Damit entwickelte sich im Kleinstaat zwischen Frankreich und Spanien eine wahres Pyrenäen-Drama. Am schlimmsten erwischte es dabei die Gesamtweltcup-Führende Vonn. Mit Startnummer 16 und damit als erste Läuferin der Top-Gruppe attackierte die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin trotz des dichten Schneefalls voll. Mit Bestzeit bekam sie kurz vor dem Ziel Probleme, überdrehte bei einem Linksschwung, geriet danach etwas außerhalb der Piste in ein Loch und rutschte beim folgenden Rechtsschwung aus. Obwohl der Sturz nicht allzu spektakulär war, blieb die 31-jährige regungslos liegen.

Vonn wurde sofort auf der Piste behandelt und ihr linkes Bein in einen Luftsack gepackt, ehe sie mit dem Akja zu Tal gebracht wurde. Am Samstagabend hab die US-Amerikanerin auf Instagram bekannt, dass sie sich am Montag einer MRI-Untersuchung unterziehen. Sie hielt sich aber einen Start am Sonntag offen. “Ich werde warten und sehen, wie ich mich morgen fühle und dann entscheiden, ob ich das Rennen fahren kann”, erklärte Vonn auf Instagram.

“Wir arbeiten hart an einem Start morgen”, versicherte zuvor bereits US-Damen-Chefcoach Paul Kristofic, der keine genauen Angaben zur Verletzung machen konnte. “Sie ist ein harter Knochen, man sollte nie unterschätzen, wozu sie in der Lage ist.”

Der Sturz zog zumindest leise Kritik Kristofics nach sich. “Wir müssen eine klare Rennlinie haben, die von Schnee befreit ist. Und wir müssen anerkennen, dass manche Athleten in den Kurven weiter hinauskommen, wenn sie an ihre Grenzen gehen. Und diese weiten Linien müssen frei sein. Da sind wir heute in Probleme gekommen”, meinte er.

Die FIS konterte den US-Vorwurf nicht zuletzt mit dem Hinweis auf Vonns extreme Linien. “Dass Vonn an einer ‘borderline’ Rennen fährt, wissen wir alle. Wenn es solche Verhältnisse gibt, dann ist sie immer dabei, weil sie immer am Limit oder über dem Limit unterwegs ist”, meinte Markus Mayr in Vertretung von FIS-Renndirektor Atle Skaardal. “Ich habe mir das genau angeschaut, und ich denke, dass es keinen Vorwurf geben darf, dass es nicht fahrbar war.”

2013 hatte sich die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin bei der WM in Schladming ebenfalls bei schlechtem Wetter und einem Super-G schwer am rechten Knie verletzt und eine lange Pause einlegen müssen. Nachdem sie dadurch auch die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi verpasste, hatte Vonn ihre Karriere bis 2018 “verlängert”. Dadurch waren ihr auch weitere Rekord wie kürzlich der Gewinn der 20. Kristallkugel gelungen, zudem hält die erfolgreichste Skirennläuferin der Gegenwart derzeit bei 76 Weltcupsiegen.

Der Sieg vom Reservestart ging beim kürzesten Super-G der Saison (Laufzeit unter einer Minute) damit unerwartet an die italienische Riesentorlauf-Spezialistin Federica Brignone. Die Tochter der früheren Weltcupläuferin Maria Rosa Quario feierte in den Pyrenäen ihren ersten Speed-Sieg, nachdem ihr vergangenen Oktober in Sölden mit dem Gewinn des Riesentorlaufs ihren Premierensieg gelungen war. “Heute hatte ich Glück, morgen hat es eine andere”, sagte die Riesentorlauf-Spezialistin aus der Lombardei.

Zweite hinter Brignone wurde die US-Amerikanerin Laurenne Ross. Das Wetter als großer Regisseur sorgte dafür, dass mit der Deutschen Viktoria Rebensburg (Startnummer 22) aus der Gruppe der besten sieben Pilotinnen nur eine in die Top-Zwölf kam. Während Italiens Damen fünf in die Top-Ten und mit Brignone, Sofia Goggia (4.), Elena Fanchini (5.) und Johanna Schnarf (6.) gleich vier in die ersten Sechs brachten, rettete Tamara Tippler als Dritte die ÖSV-Bilanz. Denn auch Cornelia Hütter kam über Platz 20 nicht hinaus, Stephanie Venier wurde Zwölfte.

“Rund um mich sind alle im Klassement hinten, da ist nicht mehr viel gegangen. Das ist auf deutschgesagt ein Schaß”, brachte Hütter die Situation wie so oft deftig auf den Punkt.

Vor allem die lange Pause nach dem Vonn-Sturz sei entscheidend gewesen, weil der Schneefall währenddessen zugenommen habe. “Es gab keine Vorläufer, keine Rutscher. Da ist auf der Idealspur eine Schicht, auf der du keine Meter hast”, ärgerte sich Hütter. “Es ist ein Freiluftsport, was soll man tun? Es stoppt dich richtig her. Ein richtig blödes Gefühl.”

Tippler nahm die Gunst der Stunde dankbar an. “Es war ein schwieriges Rennen. Ich hatte es sicher ein bissl besser als die Topgruppe. Man muss es aber auch ausnutzen und das habe ich gut gemacht”, sagte die Steirerin, die davor in Soldeu schon Europacup-Rennen bestritten hatte und der nach Rang zwei in Lake Louise der zweite Podestplatz dieser Saison gelungen ist. “Mit dem Ergebnis bin ich superzufrieden”, freute sich Tippler, die ihre erste komplette Weltcupsaison bestreitet.

Vonn war schon vor einer Woche in La Thuile gestürzt. Diesmal nahm ihre Verfolgerin Lara Gut aber keinen großen Vorteil daraus. Die Schweizerin musste wegen ihrer gestürzten Rivalin am Start lange warten und wurde auf dementsprechend schlechter Piste nur 16. Damit holte Gut in der Gesamtwertung zwar 15 Punkte auf, liegt aber vor der Kombi am Sonntag in der Gesamtwertung noch acht Zähler hinter Vonn.



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