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Erdogans Bodyguards griffen kurdische Demonstranten an

Beim USA-Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat es Zusammenstöße zwischen Gegnern und Anhängern Erdogans gegeben, an denen auch dessen Sicherheitsleute beteiligt gewesen sein sollen. Die Zusammenstöße ereigneten sich nach einem mit Spannung erwarteten ersten Treffen Erdogans mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

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Nach dem Treffen mit US-Präsident Trump fuhr Erdogan anschließend zur Residenz des türkischen Botschafters, wo sich anlässlich des Besuchs Anhänger wie Gegner des türkischen Präsidenten versammelt hatten. Wie Zeugen am Dienstag berichteten, griffen Erdogans Sicherheitsleute vor der Residenz des türkischen Botschafters in Washington Demonstranten an, die Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) trugen. Neun Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Der Polizei gelang es erst nach einiger Zeit, die beiden Lager zu trennen.

Die Anderen haben Schuld

Anhänger und Gegner Erdogans machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. “Wir haben nichts Falsches getan. Wir haben nur unseren Präsidenten gefeiert”, sagte der Erdogan-Fan Mustafa Dikilitas dem Sender ABC. Ein anderer Erdogan-Anhänger sagte, ein Kurde sei auf ihre Seite gerannt und habe einen Türken mit einem Megafon geschlagen.

“Plötzlich rannten sie auf uns zu”, sagte dagegen die kurdisch-yesidische Demonstrantin Lucy Usoyan ABC. Demnach wurde sie von Erdogan-Anhängern auf den Kopf geschlagen. Die Polizei nahm zwei Demonstranten fest. Videos im Internet zeigten Handgemenge, an denen auch Männer in schwarzen Anzügen beteiligt waren, bei denen es sich um türkische Bodyguards handeln soll.

Nicht der erste Vorfall mit Erdogans Bodyguards

Es wäre nicht das erste Mal, dass Erdogans Sicherheitsleute bei Auslandsreisen durch ihr aggressives und gewalttätiges Auftreten Schlagzeilen machen. Bei Erdogans Washington-Besuch im April 2016 griffen seine Bodyguards während eines Vortrags im Brookings Institution Demonstranten auf der Straße an, beschimpften Journalisten und warfen einen Reporter aus dem Saal.

Schon im Februar 2016 hatten Erdogans Bodyguards während eines Vortrags des türkischen Präsidenten in Ecuadors Hauptstadt Quito Protestteilnehmer gewaltsam aus dem Saal gebracht und Gegendemonstranten auf der Straße attackiert. Einem ecuadorianischen Abgeordneten, der zu vermitteln versuchte, wurde dabei die Nase gebrochen.

Erdogan will Gülen

Bei dem Gespräch mit Trump hatte Erdogan darauf gedrungen, dass die USA ihre Unterstützung für die syrische Kurdenmiliz YPG einstellen und den islamischen Prediger Fethullah Gülen ausliefern, der in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Trump signalisierte in beiden Fragen aber kein Entgegenkommen.

USA werden YPG weiter ausrüsten

Erdogan hatte auf einen Neuanfang mit Trump gehofft, nachdem er im April 2016 bei Trumps Vorgänger Barack Obama mit diesen Forderungen abgeblitzt war. Vergangene Woche kündigte die US-Regierung jedoch an, die Kurdenmiliz für die Offensive auf Raqqa, die syrische Hauptstadt der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS), mit schweren Waffen auszurüsten.

Die Türkei kritisiert schon seit langem die US-Kooperation mit der YPG-Miliz, die sie wegen ihrer engen Verbindung zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrorgruppe betrachtet. Sie befürchtet, dass Waffen für die YPG letztlich in den Händen der PKK landen und gegen die Türkei verwendet werden.

(APA/ag.)



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